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Historische Eiweißquelle mit Zukunft





Grimmen, November 2018. Ein wachsendes Bewusstsein für Tierwohl und Nachhaltigkeit in allen Ernährungsfragen, Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten sowie -Allergien sorgen dafür, dass sich pflanzliche Molkereiprodukte steigender Beliebtheit erfreuen. Dies bestätigt eine aktuelle durch die Prolupin GmbH beauftragte repräsentative Umfrage. Etwa 60 Prozent aller Befragten sind demnach aufgeschlossen gegenüber der Verwendung von Süßlupinen-Alternativen zu herkömmlichen Milch-Produkten wie Joghurts, Desserts, Frischkäse und Eis. Von den etwa 2.000 Interviewten* gab außerdem ein Viertel an, die Produkte bereits manchmal oder regelmäßig zu konsumieren. Für das Lebensmittel-Startup Prolupin aus Mecklenburg-Vorpommern zahlen sich damit 25 Jahre Forschungsarbeit aus. Das Unternehmen vertreibt unter der Dachmarke MADE WITH LUVE ein Sortiment mit über zwanzig Lupinen-Produkten in Deutschland und Österreich. Gegründet wurde die Prolupin GmbH 2010 als Ableger des Fraunhofer Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising. Für die Entwicklung von pflanzlichen Lebensmittelzutaten aus Lupinen und für einen Beitrag zu ausgewogener Ernährung erhielten die Wissenschaftler des Fraunhofer IVV und die Forscher von Prolupin 2014 den Deutschen Zukunftspreis.

„Die Geschichte der Lupine ist mehrere Tausend Jahre alt“, erklärt der Marketingleiter von Prolupin, Roland Brandstätt. „Schon im alten Ägypten, in Griechenland und Südamerika galten Lupinensamen als hochwertiges Grundnahrungsmittel“. In der Antike war zudem die Fähigkeit der Pflanze zur Verbesserung der Bodenqualität gefragt. Einen wahren Schub erfuhr die Nutzung der Lupine in Europa ab Anfang der 1930er Jahre durch die Züchtung der Süßlupine. Ihr Kennzeichen: Sie enthält einen wesentlich geringeren Anteil an Bitterstoffen. Weil die Hülsenfrucht auch in Nordeuropa gedeiht, weist sie als Rohstoff eine positive CO2-Bilanz durch kurze Transportwege auf. Genau diese Eigenschaften finden bei Konsumenten Anklang. Laut Umfrage ist für 31 Prozent der Verbraucher eine nachhaltige Rohstoffgewinnung wichtig. Die gleiche Anzahl der Befragten ist bereit, für klimaschonende Produkte mehr zu zahlen. Top-Thema – neben Nachhaltigkeit – ist für 56 Prozent eine ausgewogene Ernährung, wenn es um pflanzliche Alternativprodukte aus der Süßlupine geht. Für Brandstätt lassen sich die Eigenschaften des Rohstoffs am besten mit Hilfe einer Kurzformel beschreiben: „Süßlupine ist eine nachhaltige und heimische Alternative zu Soja, Reis, Mandel und Kokos mit ökologischen Vorteilen. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Landbewirtschaftung“. Anscheinend sehen das viele Konsumenten ähnlich.

Dass die MADE WITH LUVE-Produkte rein pflanzlich und damit auch vegan sind, spielt laut Umfrage für die Kaufentscheidung eine untergeordnete Rolle. In diesem Punkt sieht der Marketingleiter des Startups die eigene Strategie bestätigt: „Menschen müssen nicht vegan leben, um unsere Produkte genießen zu können.“ Die Marke MADE WITH LUVE stehe dafür, alle Verbraucher und Ernährungstypen über Genuss und Vielseitigkeit zu begeistern. Dabei gehe es neben dem geschmacklichen Anspruch, klassischen Molkereiprodukten in nichts nachzustehen, auch um deren gewohnte Verwendung – beispielsweise zum Verfeinern, Backen oder einfach im Kaffee. „Auch wer sich vegan ernährt, möchte nicht auf Milchreis, Käsekuchen oder Cappuccino verzichten müssen, nur weil viele Produkte in der Regel auf Milchbasis entwickelt werden“, ergänzt Brandstätt. Das treffe natürlich auch auf Menschen zu, die aufgrund von Lebensmittel-Unverträglichkeiten oder -Allergien herkömmliche Milchprodukte nicht verzehren können.

*Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2.008 Personen zwischen dem 22.10.2018 und 24.10.2018 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren

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Erstellt von an 21. Nov 2018. geschrieben in Forschung, Sonstige. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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