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Hilfe vom Staat für mehr Energieeffizienz





Erste wichtige Neuerung: Zum 12. Juli wurde die Haushaltssperre für das Marktanreizprogramm aufgehoben. Damit fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wieder erneuerbare Energien für die Wärmeversorgung von Gebäuden.
Alle Anträge, die bereits vor dem Programmstopp vom 3. Mai 2010 eingegangen sind, werden jetzt abschließend bearbeitet. Für diese gelten die alten Förderkonditionen vom 20. Februar 2009 mit Änderungen vom 17. Februar 2010.
Demgegenüber werden alle zwischen dem 4. Mai und dem 12. Juli dieses Jahres eingegangenen Anträge abgelehnt, können nun aber neu gestellt werden. Hier werden allerdings die neuen Förderrichtlinien angewendet.
Außerdem sind seit dem 12. Juli komplett neue Anträge möglich, die ebenfalls nach den neuen Richtlinien geprüft werden. Die Antragsfristen für Anlagen, die bereits länger als sechs Monate in Betrieb sind, verlängern sich.

Neue Förderkonditionen
Anlagen in Neubauten werden nach den neuen Förderkonditionen nicht mehr bezuschusst. Dasselbe gilt für Solarkollektoranlagen, die ausschließlich der Warmwasserbereitung dienen. Damit konzentriere man die Fördermittel auf Bestandsgebäude sowie auf Technologien mit dem höchsten Förderbedarf, wie es auf der Homepage des BAFA heißt. Zudem wurden einige Fördersätze und Boni gekürzt.
Gefördert werden zum Beispiel Solarkollektoren, die sowohl der Erhitzung des Brauchwassers als auch der Unterstützung der Raumheizung dienen. Pro angefangenem Quadratmeter Kollektorfläche werden 90,- Euro gezahlt (bis zu einer Fläche von insgesamt 40 Quadratmetern). Wird zusätzlich zur Errichtung einer solchen Solarkollektoranlage der bisher betriebene Heizkessel ohne Brennwerttechnik gegen einen neuen Brennwertkessel ausgetauscht, gibt es dafür einen Bonus von 400,- Euro.
Ebenfalls auf der Liste der förderfähigen Anlagen stehen Wärmepumpen. Diese müssen nun aber strengeren Anforderungen an die Energieeffizienz genügen als nach den alten Förderkonditionen. Je nach Wärmepumpentyp schreibt das BAFA bestimmte Mindestwerte für die Jahresarbeitszahl vor, also das Verhältnis zwischen der abgegebenen Wärmeleistung und der aufgenommenen Energie im Verlauf eines Jahres.

KfW streicht Zuschüsse für Einzelmaßnahmen
Weitere Anlaufstelle für Sanierer und auch für Bauherren ist die KfW Förderbank. Hier wurden zum 1. September 2010 im Programm „Energieeffizient sanieren“ die Zuschüsse für Einzelmaßnahmen, wie den Einbau neuer Fenster, gestrichen.
Kredite für solche Maßnahmen werden nun über das Programm „Wohnraum modernisieren“ vergeben. Der effektive Zinssatz beträgt derzeit ab 2,62 Prozent pro Jahr. Das Darlehen umfasst 100 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 100.000 Euro pro Wohneinheit.

Förderung von KfW-Effizienzhäusern
Darüber hinaus werden über die Förderprogramme „Energieeffizientes Bauen“ und „Energieeffizientes Sanieren“ Zuschüsse gezahlt und zinsgünstige Kredite vergeben, wenn ein bestimmter Effizienzstandard erreicht wird. Die Einstufung erfolgt über sogenannte „KfW-Effizienzhäuser“.
Beispielsweise erfüllt das „KfW-Effizienzhaus 100“ den energetischen Mindeststandard eines Neubaus, der nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgeschrieben ist. Ein „KfW-Effizienzhaus 70“ hat u. a. nur 70 Prozent des für den Neubau fixierten Wertes für den Jahresprimärenergiebedarf.

Geld für den Neubau
Neubauten werden gefördert, wenn sie den Status Effizienzhaus 70, 55, 40 oder den Passivhaus-Standard erreichen. Über den KfW-Kredit finanziert werden können bis zu 100 Prozent der Baukosten ohne Kosten für das Grundstück, wobei die Obergrenze bei 50.000 Euro je Wohneinheit liegt.
Der effektive Zinssatz beginnt derzeit für alle Häuser bei 2,88 Prozent p. a. Außerdem werden Tilgungszuschüsse gezahlt und zwar bis zu 10 Prozent der Darlehenssumme, wobei der genaue Prozentsatz vom erreichten KfW-Effizienzhaus-Standard abhängt.

Unterstützung für Sanierung
Im Fall einer energetischen Sanierung zum KfW-Effizienzhaus (115, 100, 85, 70 oder 55) sind je nach erreichtem Effizienzniveau bis zu 13.125 Euro Zuschuss pro Wohneinheit möglich. Gefördert werden der Ersterwerb eines sanierten Gebäudes (auch einer Eigentumswohnung) sowie die Sanierung des eigenen Hauses.
In der Kreditvariante gibt es bis zu 75.000 Euro pro Wohneinheit. Der effektive Zinssatz beginnt derzeit bei 2,32 Prozent pro Jahr und der Tilgungszuschuss beträgt bis zu 12,5 Prozent der Darlehenssumme, je nach erreichtem KfW-Effizienzhaus-Standard.
Grundsätzlich werden bei den Sanierungen nur Wohngebäude gefördert, für welche vor dem 1. Januar 1995 der Bauantrag gestellt oder die Bauanzeige erstattet wurde.

Detaillierte Informationen
Die Energieberater der Mitglieder des Initiativkreises Stadtwerke Nordbayern informieren gerne ausführlich über die Förderprogramme von BAFA und KfW. Außerdem helfen sie mit Tipps zur energetischen Sanierung und zum Energiesparen. Details zu den Zuschüssen des BAFA sind unter www.bafa.de zu finden, die zu den KfW-Programmen unter www.kfw-foerderbank.de

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=257558

Erstellt von an 14. Sep 2010. geschrieben in Allgemein, Sonstige. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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