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Grüner Gründungsboom im Energiemarkt





Grüne Gründer im Energiemarkt sind in Aufbruchstimmung. Während im letzten Jahr die Anzahl an Unternehmensgründungen laut KfW-Analyse* stark gesunken ist, pulsiert das Gründergeschehen im Energiemarkt. Seit 2008 habe sich die Anzahl von Start-ups im Energiebereich mehr als verdoppelt, schätzt Ralf Weiß, Projektleiter des Green Economy Gründungsmonitors** und er weiß: „Grüne Energieunternehmen sind das Standbein der Green Economy. Erneuerbare Energien und Energieeffizienz sind bei weitem die größten Tätigkeitsfelder der grünen Start-ups.“ In Wirtschaft und Gesellschaft übernähmen sie eine zentrale Rolle, indem sie Marktstrukturen aufbrächen, Grundlageninnovationen einführten und mit neuen Geschäftsmodellen an die Kunden heranträten. „Sie sind die Gestalter des neuen Energiemarktes und sie setzen damit die etablierten Unternehmen gehörig unter Druck.“

Insgesamt leisten fast zwei Drittel der grünen Gründungen in deutschen Gründerzentren einen Beitrag zur Energiewende. Regulierungen und Hürden beim Marktzugang sieht Ralf Weiß eher als Ansporn und Chance. Das bestätigen auch Energie-Start-ups wie Polarstern, tado, Changers und Electrolyte. Indem sie sich den neuen Markt- und Verbraucheranforderungen flexibel und mit innovativen Ansätzen anpassten, bedienten sie Nischen und offerierten Dienstleistungen und Produkte, mit denen die großen Unternehmen nur schwer Schritt halten könnten. Auch mit Blick auf ihr Unternehmensverständnis unterschieden sich die neuen, grünen Energie-Start-ups oftmals von den großen Konzernen. „Ihnen geht es nicht nur um das Geschäft“, sagt Ralf Weiß. Vielmehr triebe sie häufig ein gesellschaftliches Anliegen an. Dafür entwickelten sie Lösungen, ohne nur an die finanzielle Rendite zu denken. Der unabhängige Ökoenergieversorger Polarstern beispielsweise will mit Energie die Welt verändern. Dafür bietet er Haushalten bundesweit 100 Prozent Ökostrom und 100 Prozent Ökogas. Gleichzeitig fördert das Unternehmen als erster Energieversorger in Deutschland für jeden Kunden direkt den weltweiten Ausbau der erneuerbaren Energien – hierzulande und in Entwicklungsländern.

Vier Energie-Start-ups und ein Ziel: gemeinsam den Energiemarkt verändern
Mit Energie die Welt verändern, das ist eine Gemeinschaftsaufgabe, davon sind die drei Polarstern-Gründer Jakob Assmann, Florian Henle und Simon Stadler überzeugt. Gemeinsam mit ihren Kunden, ihren Unterstützern und Botschaftern wie zum Beispiel dem Extrembergsteiger Hans Kammerlander und in Kooperationen mit anderen Energie-Start-ups wollen sie die Energiezukunft prägen. Markus Schulz vom Start-up Changers unterstreicht: „Wenn wir den Klimawandel aufhalten wollen, müssen wir zusammenarbeiten.“ Und er ergänzt: „Das Bewusstsein im Umgang mit der Ressource Energie ist für den erfolgreichen Kampf gegen den Klimawandel in den Köpfen aller Menschen unerlässlich.“ Auch Leopold von Bismarck, Geschäftsführer (CMO) von tado°, bestätigt: „Kooperationen und Partnerschaften mit gleichgesinnten Unternehmen, deren Produkte sich super ergänzen, sind für uns sehr wichtig, um so viele Leute wie möglich zu erreichen und die Energiewende voranzutreiben.“

Polarstern – Polarstern unterstützt als erster Energieversorger in Deutschland für jeden Kunden, der 100 Prozent Ökostrom oder 100 Prozent Ökogas bezieht, eine Familie in einem Entwicklungsland dabei, ebenfalls auf alternative Energien umzusteigen. Das heißt, die Familien erhalten dort Hilfe beim Bau einer eigenen Mikro-Biogasanlage, die mit menschlichen und tierischen Fäkalien betrieben wird. Das Engagement von Polarstern und seiner Kunden führt so direkt zu einem höheren Lebensstandard, reduziert Schmutz und Krankheiten. Vor allem ist es auch ein wichtiger Beitrag für die notwendige weltweite Energiewende. „Denn“, so wiederholt Florian Henle, Mitgründer von Polarstern gerne immer wieder: „Klima und Umwelt kennen keine Grenzen. Die Energiewende kann letztlich nur weltweit funktionieren.“

Changers – Changers ermöglicht es jedem, selbst erneuerbaren Strom herzustellen und damit seine mobilen Informations- und Telekommunikations-Kleingeräte zu versorgen. Unternehmenskern ist ein knapp 100 Gramm leichtes Solarmodul namens „Maroshi“ und eine Brieftaschen-große Batterie, genannt „Kalhuohfummi“. Das Gerät erzeugt pro Stunde vier Watt an Strom und ermöglicht es, Status-Updates über die Menge des eigens erzeugten Solarstroms direkt über soziale Netzwerke zu kommunizieren. Über ein Partnerprogramm kann diese eingesparte CO2-Menge in sogenannte Changers-Credits eingetauscht und so Angebotsvorteile genutzt werden. „So machen wir Energie für jeden zum sozialen Erlebnis und die eigene Energieerzeugung zum Lifestyleprodukt“, sagt Gründer Markus Schulz.

Electrolyte – Seit rund drei Jahren entwickelt das nahe München ansässige Unternehmen Elektrofahrräder. Die Vision: Innovationsführer für leichte Premium-Elektrofahrräder und Manufakturräder zu sein. Die Kernkomponenten der Electrolyte-Fahrräder, wie beispielsweise die Antriebsschwinge, werden dazu alle in Deutschland entwickelt und produziert. „Unsere Produkte sind eigenständige Fahrzeugkonzepte mit integriertem Antriebsystem“, erklärt Matthias Blümel von Elektrolyte. Electolyte möchte mit seinen innovativen, designstarken und leichten Fahrrädern dem oft belächelten E-Bikemarkt ein neues Gesicht verleihen. „Wir glauben an eine urbane Mobilität mit Elektrofahrrädern und Leichtfahrzeugen und an grüne Energie“, sagt Matthias Blümel. Seit Mitte 2012 ist die Marke Teil der Gerg Gruppe.

tado° – Das 2011 gegründete Unternehmen hat eine intelligente, Smartphone basierte Heizungsregelung entwickelt. Es ist die erste Heizungssteuerung, die die Position der einzelnen Bewohner erkennt und die Heizleistung automatisch anpasst – auch Wettervorhersagen und individuelle Gebäudeeigenschaften fließen in die Steuerung ein. Nutzer sparen so durchschnittlich rund 27 Prozent ihrer Heizkosten. tado° senkt mit seiner benutzerfreundlichen App deutlich die Eintrittshürden einer nachhaltigen Lebensweise und bietet den Verbrauchern einen großen Hebel, um den eigenen Energieverbrauch ohne persönlichen Komfortverlust zu optimieren. Leopold von Bismarck ist der Überzeugung, „dass man komfortabel leben und trotzdem verantwortungsvoll handeln kann“. Das will tado° mit seinem Angebot unterstützen.

Quellen:
* KfW-Analyse, 2013
** Der Green Economy Gründungsmonitor wurde vom Berliner Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit und der Universität Oldenburg mit Unterstützung vom Bundesumweltministerium (BMU) und der nationalen Klimaschutzinitiative erhoben.

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=859192

Erstellt von an 23. Apr 2013. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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