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Greenpeace Nordic: Vattenfalls Braunkohlesparte in Stiftungüberführen / Schwedische Umweltschützer reichen „Statement of Interest“ ein





Greenpeace Nordic plant die deutsche
Braunkohlesparte von Vattenfall in eine gemeinnützige Stiftung zu
überführen. Deren Zweck ist der Ausstieg aus der Kohleverstromung bis
zum Jahr 2030 und der Umbau des Konzerns zu einem
Erneuerbare-Energien-Unternehmen. Das hat die schwedische Sektion der
Umweltorganisation heute auf einer Pressekonferenz in Berlin bekannt
gegeben. Um weiter im Vattenfall-Verkaufsprozess zu bleiben, wird
Greenpeace Nordic bis 12 Uhr offiziell ein „Statement of Interest“
bei der US-amerikanischen Bank Citigroup einreichen. „Wir werden die
Verantwortung für den Klimaschutz, die Gesundheit der Menschen und
einen erfolgreichen Strukturwandel in der Lausitz übernehmen, wenn
Vattenfall und die schwedische Regierung dies nicht tun“, sagt Annika
Jacobson, Programm Managerin von Greenpeace in Schweden. „Es ist eine
große Chance, aus dem schmutzigen Braunkohlegeschäft eine erneuerbare
Zukunft für die Lausitz und die Menschen dort zu machen.“

Mit dem „Statement of Interest“ legt Greenpeace Nordic auch eine
Kalkulation für den Wert der Kohlesparte vor. Auf weniger als eine
halbe Milliarde Euro berechnet das Institut Energy Brainpool im
Auftrag von Greenpeace den Barwert (net present value) des
Kohlegeschäfts bis zum Jahr 2030. Der „wahre Wert“ liegt jedoch nach
Greenpeace-Berechnungen noch deutlich darunter. Hohe Folgekosten des
Kohleabbaus beispielsweise für die Renaturierung der Tagebaue und den
Rückbau der Kraftwerke drücken den Preis auf einen negativen Betrag
von mehr als zwei Milliarden Euro minus. Berücksichtigt man darüber
hinaus die enormen sozialen und Umweltkosten errechnen sich
finanzielle Verpflichtungen in Höhe eines zweistelligen
Milliardenbetrags, die Vattenfalls Braunkohlesparte in der Lausitz
der Gesellschaft verursacht. „Wer die enormen Folgekosten der
schmutzigen Kohle ignoriert, baut darauf, dass ein anderer sie
bezahlt. Höchstwahrscheinlich der deutsche Staat und seine
Steuerzahler“, so Jacobson. Für den Klimaschutz muss Deutschland nach
Analyse von Greenpeace bis zum Jahr 2030 aus der Braunkohle und bis
2040 komplett aus der Kohleverstromung aussteigen.

In der Lausitz stößt Vattenfall mehr CO2 aus als Schweden

Das Angebot von Vattenfall umfasst die Braunkohlekraftwerke
Jänschwalde und Schwarze Pumpe (Brandenburg) sowie das Kraftwerk
Boxberg und Block R des Kraftwerks Lippendorf (Sachsen). Diese
Kraftwerke stoßen mehr CO2-Emissionen im Jahr aus als Schweden. Neben
Greenpeace Nordic haben offiziell nur die beiden tschechischen
Energieunternehmen CEZ und EPH ihr Kaufinteresse signalisiert. Mit
ihnen droht jedoch ein Weiterbetrieb der Klimazerstörer und Tagebaue
auf unabsehbare Zeit. Damit wird die deutsche Energiewende nicht
stattfinden. Eine klimafreundliche Lösung zu finden, ist im Vorfeld
der Weltklimakonferenz in Paris im Dezember von besonderer Bedeutung.
Dort muss auch Schwedens Regierung Verantwortung zeigen.

Achtung Redaktionen: Für Rückfragen an Greenpeace Nordic erreichen
Sie Annika Jacobson, Tel. +46 705 42 08 90, oder über
Pressesprecherin Cornelia Deppe-Burghardt, Tel. 0151-14533087.
Susanne Neubronner erreichen Sie unter Tel. 0171-569 0576. Die
Dokumente finden Sie unter www.greenpeace.de.

Pressestelle: Telefon 040-30618-340, Email presse@greenpeace.de;
Greenpeace im Netz: www.greenpeace.de,
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Erstellt von an 20. Okt 2015. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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