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Geändertes Göteborg-Protokoll zur Luftreinhaltung tritt in Kraft: Deutsche Umwelthilfe fordert Fortschreibung für mehr Gesundheits- und Klimaschutz





Geändertes Göteborg-Protokoll zur
grenzüberschreitenden Luftreinhaltung tritt heute in Kraft –
Ursprüngliches Abkommen sollte Versauerung, Eutrophierung und
bodennahes Ozon verringern und wurde 2012 überarbeitet – Deutsche
Umwelthilfe fordert sofortige Neuauflage für mehr Gesundheits- und
Klimaschutz

Heute tritt das überarbeitete Göteborg-Protokoll als wichtiger
Pfeiler der grenzüberschreitenden Luftreinhaltung in Kraft. Das
Abkommen macht mit Blick auf grenzüberschreitende Luftverschmutzung
verbindliche Vorgaben zur Verringerung von fünf Luftschadstoffen –
Schwefeldioxid, Stickoxide, flüchtige organische Verbindungen ohne
Methan, Ammoniak und Feinstaub. Damit sollen Versauerung,
Eutrophierung und bodennahes Ozon zum Schutz von Mensch und Umwelt
verringert werden.

Dazu Dorothee Saar, Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung bei der
Deutschen Umwelthilfe (DUH):

“Nach 7 Jahren Ratifizierungsprozess ist das geänderte
Göteborg-Protokoll heute endlich in Kraft getreten. Das ist
allerdings nur ein Etappensieg auf dem Weg zu besserer Luft über
nationale Grenzen hinweg. Das Abkommen muss weiterentwickelt werden.
Künftig müssen Gesundheits- und Klimaschutz stärker Hand in Hand
gehen, indem konkrete Minderungsziele für die Reduzierung von Methan,
Rußpartikel und Quecksilber festgelegt werden. Das Abkommen muss
zudem strengere Ziele über 2020 hinweg definieren und diese nach den
langfristigen Umweltvorgaben ausrichten.

Während die Emissionen mancher Luftschadstoffe wie Schwefeldioxid
deutlich gesenkt werden konnten, stiegen andere weiter an. Seit
Jahren überschreitet Deutschland die erlaubte Höchstmenge für
Ammoniak. Ammoniak entsteht zu 95 Prozent in der Landwirtschaft,
führt zu gesundheitsschädlichem Feinstaub (PM2,5) und belastet ganze
Ökosysteme.

Auch für den Kampf gegen bodennahes Ozon, das ein klima- und
gesundheitsschädliches Reizgas ist, brauchen wir verbindliche
Minderungsziele für dessen extrem klimaschädliches Vorläufergas
Methan. Laut Europäischer Umweltagentur starben 2015 in Deutschland
über 60.000 Menschen vorzeitig an der erhöhten Feinstaubkonzentration
und 3.000 Menschen aufgrund von Ozon. Das ist ein Armutszeugnis für
ganz Europa.

Wir fordern deshalb von der Bundesregierung, dass sie sich in den
anstehenden Verhandlungen im Dezember in Genf dafür einsetzt,
gefährliche Luftschadstoffe stärker zu senken und bisher nicht ins
Protokoll aufgenommene Schadstoffe zu reduzieren.” Über Clean Air
Farming:

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. engagiert sich zusammen mit ihren
Partnern European Environmental Bureau, France Nature Environnement
und der Bodensee-Stiftung für die Reduzierung von Ammoniak und Methan
aus der Landwirtschaft. Das Projekt Clean Air Farming (LIFE17
GIE/DE/610 Air & Agriculture) wird durch das LIFE-Programm der
Europäischen Kommission gefördert.

Links:
Zum Projekt: www.clean-air-farming.eu

Pressekontakt:
Dorothee Saar, Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung
030 2400867-72, saar@duh.de

DUH-Pressestelle:

Ann-Kathrin Marggraf, Marlen Bachmann
030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe,
www.facebook.com/umwelthilfe, www.instagram.com/umwelthilfe

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

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Erstellt von an 7. Okt 2019. geschrieben in Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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