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Expedia setzt bei CO2-Kompensation auf Klimaschutz und Armutsbekämpfung zugleich





Wer CO2-Emissionen nach einer Stippvisite auf Mallorca oder der vorweihnachtlichen Einkaufstour in New York kompensieren möchte, greift dafür je nach Anbieter tief in die Tasche. Rund 23 Euro setzen Anbieter wie der kirchliche Kompensationsfonds Klima Kollekte oder die Klimaschutzorganisation atmosfair nach eigenen Angaben für den Ausgleich einer Tonne CO2 an. Die ebenfalls gemeinnützige US-Organisation Carbon Offsets to Alleviate Poverty (www.cotap.org) stellt Umweltsündern 9,90 Dollar in Rechnung. Damit kommt sie nicht nur mit weniger als der Hälfte der Kosten aus. Sie engagiert sich zudem ausschließlich in Projekten, die von der Stiftung Plan Vivo zertifiziert worden sind. Deren Standard garantiert den „Erzeugern“ der CO2-Zertfikate stattliche 60 Prozent an den Erlösen aus dem Verkauf. „Für Menschen, die unter der von den Vereinten Nationen definierten Armutsgrenze leben und normalerweise mit weniger als 2 Dollar pro Tag auskommen müssen, sind 5,40 Dollar pro Tonne ein Vermögen“, weiß COTAP-Gründer Tim Whitley.

Der frühere Unternehmensberater gründete die Organisation vor sechs Jahren. Sein erklärtes Ziel ist es, CO2-Forstprojekte und die Armutsbekämpfung unter einen Hut zu bekommen. Jahrelang sammelten er und sein Team vor allem Spenden von Privatpersonen und kleineren Unternehmen ein, hin und wieder gönnte sich ein Hochzeitspaar eine „grüne“ Hochzeit. „Wir sind mit unserem Angebot nicht großartig aufgefallen“, bedauert Whitley. Das änderte sich, als Expedia auf einen Schlag den Gegenwert von 1.010 Zertifikaten spendete. Das Online-Reiseportal stellte mit der Zahlung von 10.000 Dollar das Jahrestreffen von Managern aus aller Welt klimaneutral. Dass das Schwergewicht aus der Reihe der 500 größten börsennotierten Konzerne bei COTAP Klimaabbitte leistete, brachte der Nonprofit-Organisation den langersehnten Moment des Ruhms. US-Medien, aber auch Fachpublikationen in Europa war das eine Nachricht wert. „Mangelnde Aufmerksamkeit war in all den Jahren unser größtes Problem“, weiß Whitley das plötzliche Rampenlicht zu schätzen.
Nicht erst seit mit Donald Trump ein bekennender Klimaskeptiker Präsident der Vereinigten Staaten ist, tun sich die Amerikaner mit dem Thema Klimawandel schwer. „Das ist hier in den Staaten ein ziemlich eindimensionales Umweltproblem. Ein Konzept wie unseres verdoppelt da sozusagen die Gründe für jeden Einzelnen, dieses Problem wahrzunehmen, es ernst zu nehmen und aktiv zu werden“, sagt Whitley. Jeder Mensch habe in absehbarer Zukunft einen zwar kleiner werdenden, aber dennoch substanziellen und wiederkehrenden CO2-Fußabdruck zu verantworten.
Der US-Durchschnittsbürger kommt nach COTAP-Angaben auf immerhin 18 Tonnen CO2 pro Jahr. Irgendwann, so hofft Whitley, wird das Kompensationsthema überflüssig. In nächster Zeit dürfte das aber noch nicht der Fall sein. Er nimmt bereits Anfragen von Interessenten entgegen, die die eine oder andere Tonne CO2 symbolisch als Weihnachtsgeschenk unter den Christbaum legen wollen. US-Bürger können die Spenden für den Klimaschutz von der Steuer abziehen. Um diesen Service will sich Whitley nun auch für seine deutschen Kunden bemühen. Interesse gebe es unter anderem von Unternehmen, die zum Jahresende öffentlichkeitswirksam eine blütenreine Umweltbilanz vorweisen wollen.

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Erstellt von an 18. Sep 2017. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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