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Erneuerbare Energien: Auslaufen der EEG-Förderung macht Altanlagen unrentabel – Power Purchase Agreements (PPAs) können Erlöse sichern





Langfristige Stromabnahmeverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPAs), werden sich im Markt der erneuerbaren Energien fest etablieren. Nach Einschätzung der Managementberatung Horváth & Partners werden bis 2020 rund 80 Prozent der nicht mehr geförderten Anlagen über PPAs vermarktet werden. Dies könnte für Anlagen, deren Weiterbetrieb bei unsicherer Erlösentwicklung unrentabel wäre, den Fortbestand sichern.

Der Markt für erneuerbare Energien steht vor einem Wendepunkt. Die auf 21 Jahre begrenzte Förderung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) läuft für viele Anlagen ab 2020 sukzessive aus. Allein im Zeitraum von 2021 bis 2025 wird es für etwa 16.000 Megawatt Windleistung keine garantierte Vergütung mehr geben – das entspricht einem Drittel der insgesamt durch Onshore-Windparks gewonnenen Energie. Die Akteure suchen daher händeringend nach Strategien, wie sie die Stromvermarktung auch nach Ablauf der Förderung betriebswirtschaftlich rentabel gestalten können. Zeichnet sich keine Lösung ab, kann es das Aus für viele Bestandsanlagen bedeuten, die dann rückgebaut werden müssen.

Eine geeignete Lösung sind der Managementberatung Horváth & Partners zufolge langfristige Stromabnahmeverträge, so genannte Power Purchase Agreements (PPAs). Andere europäische Länder wie Großbritannien und Schweden haben damit bereits seit einigen Jahren gute Erfahrungen gemacht. „PPAs bieten für Erzeuger die Möglichkeit, das Preisniveau langfristig abzusichern“, sagt Andreas Schwenzer, Energieexperte bei Horváth & Partners. „Für Mengen, die zu festen Preisen verkauft sind, geht aber auch die Chance auf höhere Preise verloren.“

Erste Windparks auch in Deutschland mit PPA vermarktet

In Deutschland wurden die ersten derartigen Verträge in den vergangenen Monaten abgeschlossen. So liefern mehrere niedersächsische Windparks auf Basis eines PPA mit Statkraft zukünftig den Strom für Industrieunternehmen. Der Bürgerwindpark Ellhöft liefert seinen Strom direkt an Privatkunden, nachdem ein PPA mit der Energiegenossenschaft Greenpeace Energy geschlossen wurde. „Das Potenzial von PPAs für den deutschen Markt zeichnete sich bereits vor einigen Jahren ab, jetzt bestätigt sich der Trend“, so Schwenzer. „Immer mehr Unternehmen, darunter Global Player wie Google oder Microsoft, verpflichten sich, 100 Prozent ihrer Energieversorgung aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Daher erwarten wir eine deutliche Zunahme an PPAs direkt mit Unternehmen oder Stromanbietern“, ergänzt Dr. Ulf Rieg, Geschäftsführer der auf erneuerbare Energien spezialisierten Beratung enkira.

PPAs werden bis 2020 zum Standard

Die jüngsten Abschlüsse in Deutschland sind erst der Anfang einer weitreichenden Entwicklung. Prognosen der Horváth-Berater ergeben, dass 2020 mindestens 80 Prozent der Anlagen, deren EEG-Vergütung ausläuft, über PPA vermarktet werden. „Auch bei den neuen Anlagen rechnen wir bis 2020 mit einem PPA-Anteil von 20 bis 30 Prozent“, so Schwenzer. Langfristige Absatzverträge werden dem Experten zufolge für unabhängige Marktteilnehmer und Projektgesellschaften zur Grundvoraussetzung, um die Finanzierung geplanter Anlagen zu sichern. Schwenzer empfiehlt daher allen Marktteilnehmern, sich mit diesen Optionen auseinanderzusetzen und Kompetenzen aufzubauen oder strategische Partnerschaften einzugehen, um im Rahmen neuer Projekte Vereinbarungen mit Partnern verhandeln zu können.

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=1664900

Erstellt von an 29. Okt 2018. geschrieben in Allgemein, Sonstige. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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