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Energieversorgern laufen Abwicklungskosten aus dem Ruder





Die Versorger in Deutschland kämpfen nach
Umsetzung der Regulierungsvorgaben zur Liberalisierung des
Energiemarktes mit zu hohen Kosten. Grund sind vor allem oft eilig
installierte Ablaufstrukturen, die wegen mangelnder Automatisierung
und fehlender Verzahnung immer teurer werden. Die gesamte
Prozesskette – von der Produktentwicklung über die Abrechnung bis hin
zum Kundenservice – ist von diesem Effizienzdefizit betroffen. Die
daraus resultierenden Einsparmöglichkeiten sind enorm.
Schätzungsweise 15 bis 20 Prozent der Kosten lassen sich durch eine
strategische Neuordnung der Prozesse einsparen. Langfristig ist das
Einsparpotenzial sogar noch deutlich höher. Das ergibt eine aktuelle
Markteinschätzung von Steria Mummert Consulting.

Auf der diesjährigen E-World vom 8. bis 10. Februar in Essen wird
die erforderliche Prozessoptimierung eines der Top-Themen sein. Die
damit verbundenen Herausforderungen sind dabei nicht nur durch das
gesetzlich verordnete Unbundling – also die Pflicht zur Trennung der
Leitungsnetze von den übrigen Aktivitäten – entstanden. Auch neue
Marktregeln für die Bilanzkreisabrechnung (MaBIS), Wechselprozesse im
Messwesen (WiM), Vorgaben für den Messstellenbetrieb (MessZV) und das
Smart Metering führen zu einer drastischen Erhöhung der Komplexität.

„Ohne Ausnahme kämpfen alle Energieversorger mit zu hohen
Abwicklungskosten“, sagt Jan Kirsch, Senior Manager bei Steria
Mummert Consulting. „Prozesse, die vor den gesetzlichen
Entflechtungsinitiativen intakt waren, sind quasi komplett
auseinandergerissen worden.“

Beispiele für Ineffizienzen gibt es daher in fast allen Bereichen:
Die Marktkommunikation zwischen Geschäftspartnern funktioniert nicht
durchgängig automatisiert – insbesondere bei Fehlern ist der Aufwand
hoch. Die Rechnungseingangsprozesse auf Seiten der Vertriebe, aber
auch die Verarbeitung der Zahlungsavise auf Seiten der Netzbetreiber
beinhalten oftmals zu viele manuelle Tätigkeiten und Eingriffe. Auch
die Abrechnung von komplexen Energieprodukten beispielsweise für
Geschäftskunden ist aufwändiger denn je.

„Der Wettbewerb in der Branche zieht erheblich an. Damit nimmt der
Druck auf die Versorger, ihre Prozesse nachhaltig zu verbessern und
die Kosten zu senken, deutlich zu“, so der Energiemarkt-Experte. Die
Unternehmen sind sich dieser Herausforderung bewusst: Drei Viertel
planen bis 2012 Investitionen in die Verbesserung der
Geschäftsprozesse.

Pressekontakt:
Steria Mummert Consulting
Birgit Eckmüller
Tel.: +49 (0) 40 22703-5219
E-Mail: birgit.eckmueller@steria-mummert.de

Faktenkontor
Jörg Forthmann
Tel.: +49 (0) 40 253 185-111
E-Mail: joerg.forthmann@faktenkontor.de

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=339345

Erstellt von an 1. Feb 2011. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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