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Energie aus Laub





Rund 100.000 m³ Laub von ca. 400.000 Laubbäumen fallen jedes Jahr allein in Berlin an und sollen nun erstmals saubere Energie erzeugen. Diese immensen Laub-Aufkommen werden derzeit noch mit LKW zu Kompostierungsanlagen rund um Berlin gefahren, wobei eine enorme Menge von Diesel-Feinstaub entsteht. „Ganz zu schweigen von der Methan-Entweichung in die Atmosphäre während der Lagerung und Umwandlung zu Kompost.“, so Projektinitiator und Projektleiter Dipl.-Betriebsw. (FH) Andreas Abdessemed vom Biotechnologie-Unternehmen Energie und Biotechnik GmbH. „Das ist aus ökologischer Sicht nicht mehr vertretbar und auf Grund der Rechtslage in Berlin auch nicht mehr gesetzeskonform“. Das Berliner Energiewendegesetz (EWG Bln) sähe eine höherwertigere (energetische) Verwertung von Reststoffen vor, wenn dieses technisch machbar sei. „Wir haben als weltweit erstes Unternehmen in einem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojekt eine Technologie nebst einem biotechnologischen Verfahren entwickelt, das in der Lage ist, Methan aus Laub zu produzieren“, erläutert Projektleiter Andreas Abdessemed. „Wir wollen Biogas dort produzieren wo die meisten CO2-Emissionen erzeugt werden – in der Großstadt“. Dieses Biomethan wird in einem Gasmotor verbrannt und erzeugt über einen Generator Grünstrom. „Sogar die komplette Abwärme des Gasmotors nutzen wir.“ Berlin müsse endlich seine eigene CO2-neutrale Energie innerhalb der Stadt produzieren. Nur über diesen Weg können die Klimaziele im urbanen Raum real erreicht werden. „Zudem erzeugen wir Biogas ohne eine Ackerfläche für Energiepflanzen zu besetzen und die Wertschöpfung bleibt in der Stadt, anstatt Kompostanlagen in Brandenburg auszulasten“, so das Unternehmen.

Das Team, bestehend aus dem Energiemanager Andreas Abdessemed (Konzeption/Ökonomie/Projektmanagement), Dr. Herbert Markert (Engineering), Dipl.-Ing. Marcel Spahr (Verfahrensentwicklung) und der TU-Berlin (Verfahrensentwicklung), verfügt über eine 30-jährige Erfahrung bei der Entwicklung, Weiterentwicklung, Planung und Realisierung von Methanisierungsanlagen. Bis Dato wurden über 100 Anlagen mit ca. 40.000 kW von der Planung bis zur Errichtung betreut. Das Unternehmen ist auf die Fermentierung von organischen Reststoffen spezialisiert. Diese Erfahrungen wurden bei Projekten in den USA, China, Vietnam und Ungarn, Rumänien und Georgien eingesetzt. „Wir gehen davon aus, dass wir im Laufe des Jahres die weltweit erste Laubvergärungsanlage in Berlin realisieren werden“, so Andreas Abdessemed.
Mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums plant man sogar ein zweites Forschungsprojekt. „Unsere Forschung ist zwar kostenintensiv, aber wir sehen noch sehr viel Potenzial nach oben und können das Kreislaufsystem noch signifikant optimieren!“. Wenn der Berliner Senat und die Berliner Stadtreinigung an einem Strang ziehen, könne Berlin die Vorreiterrolle bei der urbanen Bioenergieerzeugung übernehmen und internationale Reputation erlangen. Auf Grund des galoppierenden Imageverlustes der Stadt wäre dies mehr als wünschenswert.

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=1568678

Erstellt von an 10. Jan 2018. geschrieben in Sonstige, Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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