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Dorschbestand in deröstlichen Ostsee kollabiert – Umweltverbände fordern sofortigen Fangstopp





Internationale Fischereiwissenschaftler berichten
über alarmierenden Zustand des östlichen Dorschbestands in der Ostsee
– Umweltorganisationen fordern Fischereiminister aller
EU-Ostseestaaten zu sofortigem Fangstopp auf

Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht des Internationalen
Rates für Meeresforschung (ICES) befindet sich der östliche
Dorschbestand in der Ostsee in einem so kritischen Zustand, dass er
selbst nach einem sofortigen Fangstopp noch immer im roten Bereich
bliebe.

Bereits seit Jahren warnen Wissenschaftler davor, dass der
östliche Dorschbestand in Gefahr ist. Besonders besorgniserregend
sind die geringe Bestandsgröße und das unzureichende Nahrungsangebot.
Im Januar dieses Jahres präsentierten Wissenschaftler Daten von
Forschungsfahrten in der östlichen Ostsee aus 2018. Das alarmierende
Ergebnis: Oft blieben die Fangnetze weitestgehend leer.

Angesichts der aktuellen Bestandslage fordern die fünf
Umweltverbände Coalition Clean Baltic, Deutsche Umwelthilfe, Oceana,
Our Fish und WWF:

“Der neue ICES-Bericht sowie die Daten der Forschungsfahrten in
der Ostsee von 2018 liefern schockierende Beweise für die verheerend
geringe Populationsgröße, auf die der östliche Dorschbestand
geschrumpft ist. Die Fischereiminister der Ostseestaaten und die
Europäische Kommission müssen unverzüglich Sofortmaßnahmen ergreifen
und den Fischfang stoppen. Andernfalls tragen sie Verantwortung für
das kommerzielle Aussterben des Dorsches in der östlichen Ostsee.”

Die wissenschaftlichen Empfehlungen von ICES für alle kommerziell
genutzten Ostseebestände, die jährlich Ende Mai veröffentlicht
werden, bilden den Auftakt im Prozess zur Festlegung der Fangquoten.
Im Oktober entscheiden dann die EU-Fischereiminister über die
zulässigen Fangmengen und andere Erhaltungsmaßnahmen auf dem Treffen
des AGRIFISH-Rates.

“Wenn wir darauf warten, dass die üblichen politischen Prozesse
ihren Lauf nehmen, bedeutet das den Abschied vom östlichen Dorsch in
der Ostsee. Denn in der Zwischenzeit werden Fangschiffe die letzten
Dorsche wegfischen, die sich in der im Mai beginnenden Laichzeit
fortpflanzen könnten. Zu kleine Dorsche drohen zu allem Überfluss in
vielen Fällen auch noch illegal zurück ins Meer geworfen zu werden.”

Die Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) der EU bietet
Handlungsmöglichkeiten für eine solche Situation. Sie enthält
Bestimmungen, wie mit dieser ernsthaften Bedrohung der Meeresumwelt
umgegangen werden soll. Artikel 12 und 13 der GFP ermächtigen die
EU-Kommission und die Mitgliedstaaten, Sofortmaßnahmen zu ergreifen.
In einem offenen Brief an die baltischen Fischereiminister rufen die
europäischen Umweltorganisationen dazu auf, nationale Sofortmaßnahmen
durchzuführen oder von der EU-Kommission initiierte Maßnahmen zu
unterstützen.

Links:

– Zum offenen Brief der Umweltorganisationen:
http://l.duh.de/p190411a

– Zum ICES-Bericht: http://ots.de/7mdoGi

– Zur Pressemitteilung über die wissenschaftlichen Fangfahrten
2018: http://ots.de/yCG8vj

Pressekontakt:
Katja Hockun, Projektmanagerin Meeresnaturschutz DUH
030 2400867-895, hockun@duh.de

Dave Walsh, Communications Advisor, Our Fish (EU-weit)
+34 691826764, dave@our.fish

Nils Hoglund, Fishery Policy Officer Coalition Clean Baltic
(Schweden)
+46 708 679 249, nils.hoglund@ccb.se

Andrzej Białaś, Policy Advisor, Oceana (Polen)
+48 501588833, abialas@oceana.org

Ottilia Thoreson, Director, WWF Baltic Ecoregion Programme (Schweden)
+46 8 6247415, ottilia.thoreson@wwf.se

DUH-Pressestelle:

Ann-Kathrin Marggraf, Marlen Bachmann
030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe,
www.facebook.com/umwelthilfe, www.instagram.com/umwelthilfe

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=1713747

Erstellt von an 11. Apr 2019. geschrieben in Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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