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Dipl.-Ing. Frank Kienle:“Ein Kaminfeuer schafft Atmosphäre – und hilft dem Klima“





Dipl.-Ing. Frank Kienle, Geschäftsführer des HKI Industrieverbandes Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V., im Gespräch

Redaktion: „Herr Kienle, die Bundesregierung setzt verstärkt auf die erneuerbaren Energien. Gleichzeitig verschärft sie die Emissionsgrenzwerte für feste Brennstoffe wie Holz, das als klimaschonend gilt. Wie passt das zusammen?“

Frank Kienle: „Dies muss kein Widerspruch sein. Neben Wind, Sonne und Wasser trägt Biomasse in Form von Scheitholz, Holzbriketts oder Holzpellets zu einer nachhaltigen und CO2-neutralen Energiegewinnung bei. Dabei dürfen wir natürlich umgekehrt nicht die Luftreinhaltung aus dem Auge verlieren. Die in den vergangenen Jahren erzielten Fortschritte in der Verbrennungstechnik ermöglichen beides: Einen hohen Wirkungsgrad und niedrige Emissionen als die zwei Seiten einer Medaille.“

Redaktion: „Wer mit Holz heizt, macht also alles richtig?“

Frank Kienle: „Nicht automatisch. Bei älteren Geräten ist die Energie- und Umweltbilanz oftmals nicht so gut. Deshalb wurde die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV) neu gefasst. Ziel ist es, die Energieeffizienz zu erhöhen und Schadstoffe zu reduzieren.“

Redaktion: „Und was bedeutet das für die rund 15 Millionen Besitzer von Kaminöfen, Kachelöfen und Heizkaminen? Worauf müssen sie achten?“

Frank Kienle: „Jeder Besitzer einer Feuerstätte muss bis Ende 2013 seinem Schornsteinfeger gegenüber den Nachweis erbringen, ob die Grenzwerte von 150 mg/m3 für Feinstaub und 4.000 mg/m3 für Kohlenmonoxid bei Geräten, die ab dem 22. März 2010 in Betrieb genommen wurden, die Grenzwerte der ersten Stufe der 1. BImSchV eingehalten werden. Dieser Nachweis kann eine Herstellerbescheinigung, eine Messung durch den Schornsteinfeger oder die Bestätigung aus unserer Online-Datenbank sein, die wir gemeinsam mit den Herstellern aufgebaut haben und die im Internet unter www.ratgeber-ofen.de für jedermann einsehbar ist.“

Redaktion: „Und falls die Grenzwerte nicht eingehalten werden?“

Frank Kienle: „Müssen die Geräte entweder mit einem zugelassenen Staubfilter nachgerüstet oder – abhängig vom Jahr der Typprüfung – zwischen Ende 2014 und Ende 2024 nach und nach stillgelegt werden. Wir empfehlen einen Austausch, denn der höhere Wirkungsgrad eines neuen Ofens senkt auch dauerhaft die Heizkosten.“

Redaktion: „Und wer sich ein neues Gerät anschaffen möchte?“

Frank Kienle: „Der ist in jedem Fall auf der sicheren Seite. Sämtliche Modelle, die heute in Deutschland angeboten werden, erfüllen bereits die Grenzwerte der ersten Stufe der Verordnung und dürfen daher auch nach dem 1. Januar 2015 zeitlich unbeschränkt weiterbetrieben werden. Ein darin entfachtes Feuer sorgt somit nicht nur für Atmosphäre – es hilft auch tatsächlich dem Klima.“

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=343483

Erstellt von an 7. Feb 2011. geschrieben in Allgemein, Sonstige. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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