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Dioxinskandal: derzeitiges System erleichtert Betrug zu Lasten von Mensch und Tier





Der Dioxinskandal beunruhigt auch den Deutschen
Tierschutzbund. Für den Verband belegt der Skandal erneut:
Verbraucherschutz geht nur mit Tierschutz. Europas größte Tier- und
Naturschutzorganisation fordert zudem Konsequenzen. Neben der
Bestrafung der Schuldigen muss dringend die Transparenz der
Verarbeitungskette von Anfang bis zum Ende erhöht werden. Denn
offenbar fehlt es u.a. an den gesetzlichen Vorgaben für eine
transparente Kennzeichnung.

Auch wenn in diesem Fall das Dioxin durch Stichproben entdeckt
wurde: Festzuhalten bleibt, dass die Kennzeichnungen nicht eindeutig
genug sind. Es muss von Beginn der Verarbeitungskette an detailliert
geschildert werden, was genau verwendet und verarbeitet wurde.
Allgemeinplätze wie „Fette“ und „Öle“ reichen nicht, stellt der
Deutsche Tierschutzbund fest. Zudem müssen die Kontrollen ausgeweitet
werden, das dürfe nicht an Kosten scheitern, mit denen oft
flächendeckende Proben abgelehnt werden und lediglich auf Stichproben
ausgewichen wird.

„Hier muss das Verursacherprinzip angewendet werden: Wer was
herstellt und liefert, muss detailliert sagen, was drin ist“, fordert
Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen
Tierschutzbundes. Und: „Die Täter gehören bestraft, aber es muss auch
klar sein, dass das derzeitige System als Mittäter anzusehen ist,
weil es Betrug Tür und Tor öffnet.“

Die Strukturen sind anfällig, stellt Schröder zudem fest. Die
Ausrichtung auf eine agrarindustrielle Landwirtschaft führt schnell
zu einem Flächenbrand, wie wir ihn jetzt erleben. Tausende von
Betrieben in ganz Deutschland werden geschädigt, wenn es in einem
einzigen Futtermittel-Unternehmen zu Fehlern kommt. Eine regional
ausgerichtete Landwirtschaft als Kreislaufwirtschaft würde mehr
Sicherheit schaffen und Mensch und Tier besser schützen. „Der
Dioxinskandal belegt erneut, wie wichtig ein neues Denken und Handeln
ist. Nachhaltiger Verbraucherschutz geht nur mit Tierschutz“, so
Schröder.

Darüber hinaus erinnert der Verband an das mit dem Skandal
verbundene Leid für die Tiere. Mehrere Tausend mit dioxinhaltigem
Futter ernährte Hennen wurden bereits getötet. Die Behörden sind
gefordert, um unnötige Tötungen von Tieren auf den gesperrten Höfen
zu verhindern. Aus ethischer Sicht sind das Töten gesunder Tiere und
ihre Deklaration zu Sondermüll absolut abzulehnen.

Pressekontakt:
Deutscher Tierschutzbund e.V.
– Pressestelle –
Baumschulallee 15
53115 Bonn
Tel.: 0228-6049624
Fax: 0228-6049641
E-Mail: presse@tierschutzbund.de

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Erstellt von an 5. Jan 2011. geschrieben in Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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