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Deutsche Photovoltaik-Branche setzt auf Qualitätssicherung und auf Systemlösungen





e Photovoltaik-Branche in Deutschland war 2010 ein gutes Jahr. Mit Abschluss dieses Monats werden es mindestens 6 bis 7 GigaWatt (GW) Photovoltaik-Leistung sein, die in diesem Jahr im Bundesgebiet installiert wurden. Damit sind in Deutschland bisher insgesamt 16 GW installierte PV-Leistung erreicht. Im kommenden Jahr wird die Zahl der Neuinstallationen vermutlich erstmal wieder deutlich zurückgehen. Denn die Novelle des Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) sieht für PV-Anlagen, die ab dem 1. Januar 2011 installiert sind, eine Kürzung der Solarstromvergütung um 13 Prozent vor. In dieser Situation, die auch geprägt ist vom anhaltenden Wettbewerbsdruck durch die ausländische Konkurrenz, liegen große Herausforderungen für die Branche, aber auch Chancen. Über die zu erwartende Marktentwicklung, über technische Neuerungen, über das Thema Qualitätssicherung sowie über Aspekte der Prüfung und Zertifizierung diskutierten rund 400 Fachleute auf dem 7. Workshop „Photovoltaik-Modultechnik“ in Köln. Die zweitägige Konferenz veranstaltete der TÜV Rheinland und die EnergieAgentur.NRW in Zusammenarbeit mit dem Cluster Energiewirtschaft EnergieRegion.NRW und dem Cluster EnergieForschung CEF.NRW.
Dr. Frank-Michael Baumann, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW und Manager der beiden Cluster EnergieRegion.NRW und CEF.NRW stellte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der Photovoltaik insbesondere für Nordrhein-Westfalen heraus. „Beim Klimaschutz spielt die Photovoltaik eine große Rolle, und sie ist für die Wirtschaft auch ein wichtiger Jobmotor. Daher ist für uns klar: Wir wollen den Solarstandort Nordrhein-Westfalen weiter stärken und die in diesem Spannungsfeld stehenden Akteure aktiv unterstützen. Wir bieten mit Fachveranstaltungen und auch mit unseren Aktivitäten im Rahmen des Netzwerks Photovoltaik sowie der Solarstromkampagne erfolgreiche Plattformen zum fachlichen Austausch“, so Dr. Baumann.
Empfehlungen für die PV-Branche formulierte Philipp Hattrup von der Roland Berger Strategy Consultans GmbH in seinem Vortrag. „Die Photovoltaik ist ein Wachstumsmarkt. Europa bleibt dafür die bedeutende Region, aber Asien und die USA werden aufschließen“, sagte er. Um weiter gut bestehen zu können, dürfe die deutsche PV-Branche sich nicht nur auf den inländischen Markt konzentrieren, sondern müsse internationaler werden. „Die Flexibilisierung der Produktionen ist gefragt in Europa“, sagte Hattrup. Dafür sei es ratsam, Partnerschaften mit Asien aufzubauen, um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. „Für deutsche Unternehmen ist eine Verbesserung im Projektbereich sehr wichtig“, so stellte der Wirtschaftsexperte heraus.
Ein weiterer entscheidender Aspekt, um sich gegen wachsende Konkurrenz zu behaupten, ist die Produktqualität. In diesem Sinne sprach Markus Steinkötter von der Sunnyside upP GmbH über Qualitätssicherungssysteme in der PV-Produktion. „Man darf Qualität nicht nur als Kostenfaktor sehen, sondern muss sie auch als Kundenfaktor begreifen“, sagte Steinkötter. Dafür gelte es zunehmend, adäquate Prüfverfahren in die Produktion hineinzubringen. Das Ziel müsse sein, immer mehr Inline-Kontrollen und somit die ständige Prüfung während der Produktion zu erreichen. Damit sich die Unternehmen nicht nur auf die Offline-Kontrolle, also nachträgliche Stichproben verlassen müssen. Denn diese sind oftmals produktzerstörend und vor allem zeitverzögert.
Ebenso wichtig sind die externen Prüfverfahren und Zertifikate, wie sie vor allem auch der TÜV Rheinland anbietet und ständig weiter entwickelt. „Im Hinblick auf verschiedene Anwendungssituationen und auf die geforderte 25-jährige Lebensdauer müssen die Schärfegrade der Prüfungen nachgefasst werden“, erklärte Wilhelm Vaaßen, Geschäftsfeldleiter für Regenerative Energien bei TÜV Rheinland. Einsatzbereiche mit besonderen Anforderungen an die PV-Anlagen sind beispielsweise Küstengebiete, schneereiche Regionen oder Wüsten. Besonders zu betrachten ist auch die Platzierung in unmittelbarer Nähe von Schweine- und Hühnerställen, denn in diesen gibt es eine verstärkte Bildung von Ammoniak, das eine korrosive Wirkung aufweist. Insgesamt werde die weltweite Prüflandschaft immer undurchsichtiger, so stellte Vaaßen fest. Längst nicht alle Zertifikate könnten als ein verlässliches und aussagekräftiges Qualitätssiegel gelten. „Zertifikate ohne Produktionsinspektionen sind jedenfalls sinnlos“, so lautete das Urteil des Fachmanns.
Die angeregten Diskussionen auf dem Workshop zeigten, dass sich die deutsche PV-Branche der komplexer werdenden Marktsituation sehr bewusst ist. „Deutsche Unternehmen setzen immer mehr auf leistungsfähige Systemlösungen“, so berichtete Dr. Benedikt Rösen, Manager des Netzwerkes Photovoltaik NRW der EnergieAgentur.NRW. „Das ist sehr sinnvoll, denn dann geht es nicht mehr allein um das PV-Modul, sondern zum Kerngeschäft gehört auch, ein gesamtes System passgenau zu entwickeln und zu installieren. Dann bleibt die Wertschöpfung zu einem großen Teil in der Region“, erläutert Dr. Rösen und ergänzt: „Natürlich geht es letztlich immer darum, die perfekte Qualität für den Kunden anzubieten.“
Informationen: http://www.photovoltaik.nrw.de http://www.energieagentur.nrw.de

Ansprechpartner:
EnergieAgentur.NRW
Haroldstraße 4; 40213 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 8 66 42 – 0; Telefax: (02 11) 8 66 42 – 22
Geschäftsführer: Dr. Frank-Michael Baumann
Pressesprecher Innovationen und Netzwerke:
Uwe H. Burghardt M.A. – Telefon: (02 11) 8 66 42 – 13
mailto:burghardt@energieagentur.nrw.de

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=311671

Erstellt von an 8. Dez 2010. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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