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Der Chitralada-Palast: Ein herrschaftliches Haus wie gemacht für Forscher





Das Ministerium für
auswärtige Angelegenheiten des Königreichs Thailand stellt die
Geschichte des Chitralada-Palastes vor. Sobald das Wort „Palast“
fällt, stellen sich bei den meisten Menschen Bilder von Glanz und
Größe ein, doch das trifft auf den Chitralada-Palast eher nicht zu.

Diente der Chitralada-Palast in der Vergangenheit dem jüngst
verstorbenen König Bhumibol Adulyadej und Ihrer Majestät Königin
Sirikit als inoffizielle permanente Residenz, so hat er sich seitdem
zu weit mehr entwickelt.

Als König Bhumibol im Jahr 1946 den Thron bestieg, arbeitete fast
die gesamte Bevölkerung Thailands in der Landwirtschaft, und der
beste Weg, das tägliche Leben der Thailänderinnen und Thailänder zu
verbessern, bestand darin, sie beim Erzielen höherer Ernteerträge zu
unterstützen.

Mitte der 1980er Jahre begannen die Dinge in Thailand sich zu
ändern. Thailand erlebte dank der aktiven Übernahme der
Industrialisierung über elf Jahre hinweg ein beinahe zweistelliges
Wirtschaftswachstum. Von diesem raschen Wachstum profitierten viele
Menschen in Thailand, die zum Arbeiten nicht mehr auf die Felder
gingen, sondern in die Fabriken. Allerdings wurde das Leben für die
einfachen Bauern immer schwieriger, nicht zuletzt weil sich die
Einkommensschere immer weiter öffnete, was auch negative Auswirkungen
auf die Umwelt hatte.

Als man in Thailand damit anfing, die Wirtschaft immer weiter zu
diversifizieren, rief auch Seine Majestät König Bhumibol eine
Diversifizierung der im Chitralada-Palast betriebenen Forschung ins
Leben. Wissenschaftler begannen damit, nach neuen Innovationen in der
Landwirtschaft in weiter entwickelten Ländern Ausschau zu halten und
zu untersuchen, ob diese auch in Thailand eingesetzt werden könnten.

Das weite Gelände des Chitralada-Palastes beherbergt heute ein
breites Spektrum an Einrichtungen, die sich alle um die Belange der
Landwirtschaftsindustrie kümmern, sei es im Hinblick auf Roh- oder
auf Nebenprodukte: Reisfelder, Fischteiche, eine Milchfarm, ein
Verarbeitungszentrum für Gasohol, eine Fabrik für organischen Dünger
und eine Vielzahl von weiteren Zentren wurden zu Forschungszwecken
eingerichtet.

Neue Bereiche in der Landwirtschaft

Eines der ersten Projekte, die im Chitralada-Palast gestartet
wurden, war die Schaffung von Fischteichen, mit denen thailändischen
Bauern eine ergänzende Proteinquelle erschlossen werden sollte. Im
1952 starteten Seiner Majestät König Bhumibol auf Geheiße zu
Experimentieren, mit Mosambik-Barschen. Aufgrund ihres raschen
Wachstums und des geringen Pflegeaufwands war diese Art ideal und sie
wurde später an jedes Dorfoberhaupt und an alle Oberhäupter in den
Bezirken im ganzen Königreich weitergegeben.

Im 1965 übergab dann der japanische Kronprinz, Kronprinz Akihito,
25 Paare des Oreochromis niloticus (aus der Familie der Buntbarsche)
an Seine Majestät. Wegen seiner robusten Eigenschaften und den
ausgezeichneten Wachstumsraten hat sich der Oreochromis niloticus im
ganzen Königreich ausgebreitet und sich zu einem allgemein
anerkannten, wirtschaftlich bedeutenden Speisefisch entwickelt.

Vor den 1960er Jahren verfügte Thailand über keine
milchverarbeitende Industrie. König Bhumibol reiste in 1960 nach das
Königreich Dänemark, um sich mit König Frederick IX zu treffen und um
die Möglichkeiten zu erkunden, wie der Aufbau einer Milchindustrie in
Thailand realisiert werden könnte. Im 1962 führte die königliche
Kooperation schließlich zum Aufbau der Thai-Danish Dairy Farm und
eines Schulungszentrums in Muak Lek in Saraburi. Außerdem kamen auf
diesem Weg Milchkühe in den Chitralada-Palast. Dank der Milchfarm
konnten die Hofmitarbeiter regelmäßig Milch trinken. Seit Eröffnung
der Farm ist die Forschung über die bloße Milchproduktion hinaus
erweitert worden und hat sich weiterentwickelt hin zu
Pasteurisierungsverfahren und zur Herstellung von Produkten auf
Milchbasis, wie Milchpulver, Käse und Eis .

Alternative Kraftstoffe

Neben den landwirtschaftlichen Produkten wurde im
Chitralada-Palast zudem die Notwendigkeit erkannt, sich dem
wachsenden Energiebedarf Thailands zuzuwenden und die Abhängigkeit
von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.

Das Jahr 1985 war das Jahr, in dem sich die Anstrengungen auf die
Realisierbarkeit einer Alkoholproduktion aus den reichlich
vorhandenen Zuckerrohrpflanzen richteten. Die Experimental Fuel
Production Unit wurde schließlich mit Mitteln aus dem Privatvermögen
Seiner Majestät König Bhumibols aufgebaut. Am Ende sollte ein
Verfahren stehen, bei dem die Zuckermelasse, ein Abfallprodukt der
Zuckerherstellung, in Ethylalkohol umgewandelt wird. Bei Ethylalkohol
handelt es sich um einen Alkohol, der mit Benzol oder Benzin gemischt
werden kann, um Gasohol herzustellen.

Abfall nutzbar machen

Weltweit führend bei der Reisproduktion zu sein, bedeutet auch,
dass eine Menge Abfall von den Schalen der Reiskörner anfällt. Die
Hüllspelzen vom Reis sind brennbar und es wurde erforscht, wie diese
Schalen in Briketts mit geringer Rauchentwicklung gepresst werden
können, um Holzkohle herzustellen. Neben der Unterstützung bei der
Abfallreduzierung wurde durch diese Holzkohle-Briketts auch die
Notwendigkeit für den Holzeinschlag in Wäldern für eine herkömmliche
Holzkohleproduktion verringert.

Ein weiteres Nebenprodukt der Reiskultivierung und -verarbeitung
ist die Reiskleie. Die Forscher im Chitralada-Palast arbeiteten mit
diesem Nebenprodukt, indem sie es bei der Kultivierung einer Vielzahl
von hochwertigen Pilzen, wie dem Ling Zhi (Glänzender Lackporling),
dem Affenkopfpilz, und der Löwenmähne, verwendeten. Darüber erhalten
die traditionellen Reisbauern eine mögliche Alternativfrucht für den
Anbau.

Neben den Bemühungen für die Landwirtschaft gründete König
Bhumibol im 1958 die Chitralada School. Die Chitralada School wurde
gegründet, um sowohl der königlichen Familie als auch den Kindern der
Palastbediensteten eine schulische Ausbildung zu ermöglichen.
Seithier hat die Schule sich auch einem breiteren Kreis von Schülern
geöffnet, wie jede andere Schule in Thailand auch.

Der Chitralada-Palast ist vielleicht die ungewöhnlichste und
vielfältigste königliche Residenz der Welt. Zudem hat die hier
durchgeführte Forschung allen Menschen in Thailand große Vorteile
gebracht.

Tel.: +662-203-5000

Foto –
http://mma.prnewswire.com/media/556170/Royal_Chitralada_Projects.jpg

Original-Content von: Ministry of Foreign Affairs, Thailand, übermittelt durch news aktuell

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Erstellt von an 28. Sep 2017. geschrieben in Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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