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CO2 reduzieren, kompensieren und Entwicklungshilfe leisten kann jede Privatperson und jedes Unternehmen selbst





1. Klimakonferenz in Cancún

2. Jeder kann beitragen – auch ohne Politik
CO2 vermeiden, nicht vermeidbares kompensieren: Persönlicher Beitrag und Produktdifferenzierung
Die volkswirtschaftlich effizienteste Kompensation geschieht in Entwicklungsländern
Was ist ein Klimaschutzprojekt

3. Die Rechnung

1. Klimakonferenz in Cancún

Die internationale Klimapolitik ist zu zaghaft und geht nicht weit genug, da sie zunächst nur den kleinsten gemeinsamen Nenner der beteiligten Interessen hervorbringt. Sich auf politischen Konsens zwischen allen Staaten, die oft aus kurzfristigem Interesse oder politischen Kalkül ausreichende Klimaschutzmaßnahmen ablehnen, zu warten, ist für eine der aktuellen Klimasituation entsprechend notwendigen Gegenbewegung nicht ausreichend. Um Erwartungen an die Politik Nachdruck zu verleihen und letztendlich den eigenen Erwartungen zu entsprechen, müssen auch Verbraucher und Unternehmen ihre eigene Verantwortung erkennen sowie nach ihren Möglichkeiten handeln.

„Es lohnt sich, um jedes Grad, ja, jedes Zehntel Grad vermiedene Temperaturerhöhung zu kämpfen.“
[Hans-Joachim Schellnhuber, Leiter des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung]

In Cancún diskutierte die Staatengemeinschaft über CO2-Minderungsziele (bis 2020 25-40% gegenüber 1990) zum Schutz unseres Klimas. Gemeinsam anerkannte Maßnahmen, um diese Minderungsziel zu erreichen sind dabei:
– Die Festlegung von konkreten Reduktionszielen
– Die Förderung von Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern
(zum Beispiel durch die sog. flexible Mechanismen (Clean Development Mechanism (CDM))

Hintergrund: Bei CDM handelt es sich um projektbasierte Mechanismen, durch die Emissionsreduktionen mittels Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern erzielt werden können. Hinter den projektbasierten Mechanismen steht die Idee, dass (öffentliche und private) Unternehmen eines Industrielandes in Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern investieren und im Gegenzug Emissionsgutschriften erhalten, die im Rahmen des Projekts erzeugt werden und für die Erfüllung des Kyoto-Ziels des Industrielandes herangezogen werden können. Durch die flexiblen Mechanismen ist es möglich, die Emissionsminderung dort zu realisieren, wo die Kosten am geringsten sind, sodass die Kosten für die Erfüllung der Kyoto-Ziele gesenkt werden.

Beide Maßnahmen zu kombinieren, wird von der internationalen Staatengemeinschaft als sehr wirkungsvoll für den Schutz des Klimas angesehen. Zum einen, da dadurch Emissionen zu möglichst geringen Kosten (CO2-Vermeidungskosten) verringert und zum zweiten auch finanzielle Lasten gerecht verteilt werden können.

2. Jeder kann in seinem Rahmen beitragen – auch ohne Politik

Die Möglichkeiten, die jeder heute bereits hat, sind vergleichbar mit den in Cancún diskutierten:
CO2-Emissionen vermeiden, nicht vermeidbare CO2-Emissionen kompensieren

Für Unternehmen auf der einen Seite sind klimaneutrale Produkte und Dienstleistungen ein Differenzierungsmerkmal, das von vielen Kunden geschätzt wird. Für Privatpersonen auf der anderen Seite ist eine klimaneutrale Lebensweise durch Vermeiden und Kompensieren von CO2 Emissionen ein positiver Beitrag zu ihrer eigenen Zukunft.

Die Frage nach den eigenen CO2-Einsparungsmöglichkeiten/-zielen steht an erster Stelle. Wohl kaum ein Unternehmen oder ein Privathaushalt hat eine Vorstellung davon, wieviele Tonnen CO2 pro Jahr ganz individuell anfallen. Jeder kann jedoch seinen eigenen individuellen CO2 Ausstoß z.B. unter www.klimaohnegrenzen.de zuverlässig ermitteln, bekommt Vermeidungstipps und hat die Möglichkeit nicht vermeidbare Emissionen durch ein Klimaschutzprojekt zu kompensieren. Auch Unternehmen bietet „Klima ohne Grenzen“ den Service den CO2 Ausstoß für Produkte, Dienstleistungen und Veranstaltungen nach anerkannten Standards objektiv zu ermitteln.

Emissionsneutralität: Reduktion reicht nicht
Die für die Reduktion von CO2 notwendigen ökonomischen und persönlichen Einschränkungen führen jedoch dazu, dass die Menschen allein durch das Reduzieren keine klimaneutralen Emissionswerte erzielen werden. Zum Beispiel kann nicht jeder auf sein Auto verzichten und die damit produzierten CO2-Mengen vermeiden. Tatsächlich wird es nur wenigen gelingen, ihr Leben vollkommen emissionsfrei zu gestalten.

Neben der Realisierung von selbstgesetzten Minderungszielen, steht jedem auch die freiwillige Kompensation von nicht vermeidbaren CO2-Emissionen offen. Anbieter wie die gemeinnützige Organisation „Klima ohne Grenzen“ ermöglichen es jedem, hochwertige und zertifizierte Klimaschutzprojekte zu fördern. Die kosteneffizientesten Möglichkeiten, CO2 zu kompensieren, liegen nicht in Deutschland, sondern in Entwicklungsländern.

Wie durch die internationale Staatengemeinschaft anerkannt, sind diese Möglichkeiten als erste zu nutzen, da diese, volkswirtschaftlich (größter Effekt zu gleichen Kosten od. geringere Kosten bei gleichem Effekt) gesehen, die besten sind. Auch die finanzielle Belastung eines jeden Einzelnen ist damit am geringsten.

Was ist ein Klimaschutzprojekt, das der Reduzierung von CO2-Emissionen dienen kann?

Durch Energieeffizienzmaßnahmen oder den Einsatz regenerativer Energieträger werden nachhaltige und messbare Emissionsminderungen gegenüber dem Status quo erzielt. Durch Zertifizierung der Klimaschutzprojekte durch Organisationen, wie zum Beispiel die Schweizer Gold Standard Foundation, wird abgesichert, dass diese Projekte nachhaltig die geplante CO2-Menge einsparen. Neben dem Klimaschutz fördern diese Projekte häufig zusätzlich die Verbesserung der Lebensbedingungen für die Bevölkerung vor Ort.

Projektbeispiel: Trinkwasseraufbereitung durch Solarenergie (Zentralafrika)
Das Projekt fördert die Nutzung von Sonnenenergie zur Wasseraufbereitung in Haushalten. Das eingesetzte System benötigt neben der Sonne keine weitere Energiequelle, kommt ohne Chemikalien aus und ist einfach zu handhaben. Pro Haushalt werden im Jahr 2-4 t CO2-Emissionen eingespart. Darüber hinaus trägt das Projekt auf verschiedene Weise zur nachhaltigen Entwicklung auf lokaler Ebene bei:

• Bereitstellung von sicherem Trinkwasser ohne Brennstoffkosten,
• Verringerung der Abhängigkeit von Biomasse-Brennstoffen wie Holz und Kohle,
• Erhalt der Baumbestände, die Böden vor Erosion schützen und CO2 aufnehmen,
• weniger Durchfallerkrankungen und geringere Kindersterblichkeit.

3. Die Rechnung

In Cancún wurde um Maßnahmen der CO2-Minderung zur Einhaltung des 2°C Zieles gerungen, d.h. Maßnahmen, welche die Erderwärmung auf max. 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzen, um Klimaveränderungen so weit wie möglich einzuschränken. Hierfür müsste der Pro-Kopf-Ausstoß eines jeden Erdenbürgers auf klimaneutrale 2,7 Tonnen CO2 pro Jahr gesenkt werden. In Deutschland liegt die tatsächlich verursachte Menge bei durchschnittlich 11,6 Tonnen CO2 pro Jahr .

Rechenbeispiel:
11,6 Tonnen eines jeden Bundesbürgers zusammen entspricht 948 Millionen Tonnen und würde rein theoretisch die Fläche der Bundesrepublik pro Jahr mit einer 1,5 Meter hohen Schicht aus reinem Kohlenstoffdioxids bedecken. Circa ein Viertel davon würde durch natürliche CO2-Senken (z.B. Pflanzen) ausgeglichen. Es verbleiben 1,1m pro Jahr.

Durch die zu zögerlichen politischen Ansätze gewinnen private Initiativen, z.B. von Kompensationsanbietern, wie Klima ohne Grenzen, immer mehr an Zulauf und dadurch an Bedeutung – für die Politik und das Klima.

„Der Klimawandel bedroht nicht nur die Umwelt, sondern gleichzeitig auch die Entwicklungschancen von Millionen von Menschen in den ärmsten Ländern der Erde. Unser hoher CO2-Ausstoß geht auf ihre Kosten. Fangen wir heute an, daran etwas zu ändern!“ (Susanne Krauss (Journalistin, Mitglied im Fachbeirat von Klima ohne Grenzen)

Kurz-URL: https://www.88energie.de/?p=314106

Erstellt von an 13. Dez 2010. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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