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Christian Schmidt besucht „Haus des Imkers“ / Lebensbedingungen für Blüten bestäubende Insekten müssen vor allem auf dem Lande verbessert werden (FOTO)





Am Rande eines Präsentationstermins der Initiative „Bienen
füttern“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft
(BMEL) mit Bundesminister Christian Schmidt in Meckenheim bei Bonn
nahm dieser heute im Vorfeld die Gelegenheit wahr, die
Geschäftsstelle des Deutschen Imkerbundes e. V. (D.I.B.) im „Haus des
Imkers“ in Wachtberg-Villip zu besuchen.

„Dies ist der erste Besuch eines Bundesministers. Das freut uns
sehr, denn es zeigt die politische Wertschätzung der Arbeit, die die
rund 100.000 Imkerinnen und Imker in Deutschland mit ihren ca.
700.000 Bienenvölkern durch die Bestäubung von Kultur- und
Wildpflanzen für die Volks- und Landwirtschaft und die Erhaltung
unserer Natur leisten,“ sagte D.I.B.-Präsident Peter Maske, der den
Minister herzlich willkommen hieß.

Der Minister betonte, dass er wisse, dass die Biene ein
existenzielles Element des Ökosystems und die Bienengesundheit ein
hochsensibler Bereich sei. Er lobte besonders das ehrenamtliche
Engagement, das in diesem Bereich geleistet werde.

Bei dem gemeinsamen Arbeitsgespräch umriss Peter Maske kurz die
wichtigsten Aufgaben des Bundesverbandes und ging dabei besonders auf
die drei Schwerpunktbereiche Pflanzenschutz, Agrarförderung und Grüne
Gentechnik ein, die vor allem für die Bienenhalter in den ländlichen
Gebieten in den letzten Jahren besonders im Hinblick auf
Bienenverluste Bedeutung erlangt haben.

In diesem Zusammenhang war Peter Maske nach dem Gespräch
zuversichtlich, dass die Finanzierung des Deutschen
Bienenmonitoring-Projektes durch das BMEL fortgesetzt wird. Vor allem
die Untersuchungen von Bienenbrotproben auf Pflanzenschutzmittel
(PSM) seien besonders wichtig. Dort zeige sich, welche PSM in der
Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Nur so könne man Rückschlüsse zum
Einfluss auf die Bienengesundheit ziehen. Eine Intensivierung der
Forschung sei vor allem im Bereich „Wechselwirkung und additive
Wirkung von PSM auf die Bienengesundheit“ notwendig, so Maske.

Der D.I.B.-Präsident unterstrich gegenüber dem Bundesminister
seine Position zum Verbot der Neonikotinoide. Das jetzt laufende
zweijährige Verbot von Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxan
müsse man gemeinsam optimal nutzen und Wege finden, um die genaue
Wirkung der Mittel auf Bienen zu untersuchen, um danach richtig
agieren zu können.

Äußerst enttäuschend nannte Peter Maske die Verhandlungen um die
Ausgestaltung der GAP-Reform in Deutschland. Von den ersten guten
Greening-Ansätzen sei bis heute kaum noch etwas für die Biene übrig
geblieben und die derzeitigen Reformvorschläge in der 1. Säule der
Agrarförderung vom Prinzip „Bunt statt Grün“ weit entfernt. „So sind
wir wahrscheinlich wie zuvor auf den „Good Will“ der Landwirte
angewiesen“, meint Peter Maske.

Die Zulassung von Düngung und PSM-Einsatz auf ökologischen
Vorrangflächen sowie Einschränkung der Fruchtfolge auf wenige
Kulturen bringe keine Verbesserung für Bienen und lasse sich mit
Ökologie nicht vereinbaren. Das Image der Landwirte könne deutlich
steigen, wenn wenigstens 5 % der Betriebsflächen mit Blühpflanzen
besetzt würden. Den Anbau von Eiweißpflanzen sehe man grundsätzlich
positiv, wobei es darauf ankomme, welche Pflanzen angebaut werden,
denn nicht jede nütze den Blütenbestäubern.

Auch eine energetische Nutzung mit Alternativpflanzen zu Mais sei
durchaus denkbar. Man wünsche sich von Imkerseite hier eine konkrete
Mitsprachemöglichkeit bei der Ausgestaltung der ökologischen
Vorrangflächen.

Welch hohen Stellenwert die Qualitätssicherung der eigenen Marke
„Echter Deutscher Honig“ im D.I.B. hat, davon konnte sich Christian
Schmidt bei einer kurzen Besichtigung der Honiguntersuchungsstelle
überzeugen. Dort werden jährlich hunderte von Honigen im
Imker-Honigglas untersucht. Bei der Erläuterung der Pollenbilder
zeigte der D.I.B.-Präsident die Problematik der Grünen Gentechnik für
die Imkerei im Allgemeinen und die Honigvermarktung im Speziellen
auf, denn die Mehrheit der Verbraucher lehne nach wie vor GVO in
Lebensmitteln – so auch im Naturprodukt Honig – ab.

Ein Abwandern von GVO-Anbauflächen, wie dies bisher vorgeschlagen
werde, sei für die Bienenhalter keine Alternative, da in Deutschland
75 % aller Imkereibetriebe Standimkereien seien.

„Deshalb gibt es für die Enthaltung Deutschlands bei der
Abstimmung im EU-Parlament zur Zulassung der gentechnisch veränderten
Maissorte 1507 wenig Verständnis in der Imkerschaft,“ sagt Maske und
weiter: „Nationale Anbauverbote, wenn sie denn durchsetzbar sind,
halte ich für nicht zielführend, denn Bienen kennen bei ihren
Bestäubungsflügen keine Ländergrenzen“.

Angesichts der vielen aktuellen Problembereiche setze der D.I.B.
auf einen regelmäßigen Dialog zu bestimmten Schwerpunktthemen.

Pressekontakt:
Petra Friedrich, Tel. 0163/2732547 o. 0228/9329218, E-Mail:
dib.presse@t-online.de

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Erstellt von an 15. Apr 2014. geschrieben in Sonstige, Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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