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Bioplastik löst keine Abfallprobleme: Deutsche Umwelthilfe fordert Vermeidung und Mehrwegsysteme statt Greenwashing durch Biokunststoffe





Verpackungsmüll wird nicht umweltverträglich, weil
er aus Biokunststoff besteht – Derzeit keine gesamtökologischen
Vorteile von Biokunststoffen gegenüber solchen aus fossilem Rohöl –
Hersteller und Händler sollten anstelle von Bioplastik auf Mehrweg
setzen – DUH veröffentlicht Infopapier zu Mythen und Fakten über
Bioplastik

Die Begriffe „Bioplastik“ und „biologisch abbaubar“ kennzeichnen
inzwischen eine Vielzahl von Verpackungen und Produkten und sollen
einen besonders umweltfreundlichen Eindruck erwecken. Doch nicht
alles was sich „grün“ gibt, ist auch „grün“. Immer größer werdende
Mengen kurzlebiger und ressourcenvergeudender Wegwerfverpackungen
sollen durch den Einsatz von Biokunststoffen legitimiert werden.
Vorhandene Ökobilanzen können jedoch bislang keine gesamtökologischen
Vorteile von Biokunststoffen im Vergleich zu Plastik aus fossilem
Rohöl belegen. Dies entspricht auch der Einschätzung des
Umweltbundesamtes und anderer europäischer Umweltagenturen. Die
Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert deshalb ein Ende des Greenwashings
von Wegwerfverpackungen aus Bioplastik. Stattdessen sollten Maßnahmen
zur Abfallvermeidung umgesetzt und ressourcenschonende Mehrwegsysteme
gefördert werden. Über die Umweltauswirkungen und Mythen zu
Bioplastik hat die DUH ein aktuelles Infopapier veröffentlicht:
http://l.duh.de/p170926.

Aktuell werden Joghurt-Becher aus maisbasiertem Polylactid (PLA),
Wasser-Einwegflaschen aus „Öko-PET“, Trinkjoghurtflaschen aus
Zuckerrohr oder Coffee-to-go-Becher aus Papier und Bioplastik als
ökologische Verpackungsinnovationen der Zukunft angepriesen.
Hersteller und Vertreiber von Bioplastik schreiben ihren Produkten
eine Vielzahl von Vorteilen zu: CO2-Neutralität, Ressourcenschonung
oder Umweltfreundlichkeit. Mit diesen Argumenten werden zunehmend
abfallarme und ressourcenschonende Mehrwegverpackungen verdrängt –
ein besorgniserregender Trend.

„Wenn in Fußballstadien oder beim Picknick im Park aus
Bioplastik-Einwegbechern getrunken wird, so werden im Vergleich zu
Mehrwegbechern weder Ressourcen geschont, noch das Klima entlastet.
Bioplastik ist eben nicht umweltfreundlich, nur weil es die Vorsilbe
„bio“ enthält. Tatsächlich bauen sich viele der sogenannten
biologisch abbaubaren Kunststoffe in der Landschaft nicht schneller
ab als herkömmliche Kunststoffe. Jüngste Studien zeigen zudem, dass
sich die meisten dieser Biokunststoffe, wie etwa PLA, in Wasser
praktisch nicht zersetzen. Bioplastik ist also nicht die Lösung gegen
marines Littering oder die Vermüllung der Natur. Selbst wenn
Ökobilanzen in Zukunft zeigen sollten, dass Plastik aus
nachwachsenden Rohstoffen besser ist als aus Erdöl, so darf das nicht
als Legitimation für Wegwerfprodukte dienen. Wir brauchen keine
Einwegverpackungen – egal aus welchem Werkstoff – sondern
Mehrwegsysteme zur Schonung von Ressourcen und zum Schutz unserer
Ozeane vor Müllteppichen“, sagt der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen
Resch.

Bioplastik-Hersteller werben oft mit der „Kompostierbarkeit“ ihrer
Produkte. Doch häufig genug bereitet die Entsorgung solcher Produkte
im Bioabfall große Probleme. „Viele Kompostierer sortieren
Biokunststoff aus, weil sie diesen nur schlecht von normalem
Kunststoff unterscheiden können und nicht vollständig abgebaute
Biokunststoffe die Qualität des Komposts verschlechtern würden“,
erklärt Thomas Fischer, Leiter der DUH-Kreislaufwirtschaft.
Normalerweise gehören gebrauchte Verkaufsverpackungen in den Gelben
Sack. Bei vielen Biokunststoffen macht dieser Entsorgungsweg jedoch
keinen Sinn, denn anders als bei gewöhnlichen Kunststoffen werden
diese in der Regel nicht aussortiert und recycelt. „Für viele
neuartige Biokunststoffe, wie etwa PLA, gibt es keine eigene
Sortiergruppe und sie werden schlicht nicht abgetrennt, sondern
gelangen mit anderen Sortierresten aus dem Gelben Sack in die
Verbrennung. Im Ergebnis gibt es derzeit für viele Biokunststoffe
keine aus Umweltsicht geeignete Entsorgungslösung“, sagt Fischer.

Unternehmen versuchen durch irreführende oder falsche Aussagen
Einwegverpackungen und kurzlebige Produkte aus Bioplastik als
umweltfreundlich erscheinen zu lassen, um deren Verkauf zu fördern.
In der Vergangenheit hatte die DUH irreführende Aussagen zu
unterschiedlichen Produkten aus Bioplastik gestoppt, wie etwa beim
von Danone eingeführten Activia-Becher aus PLA. „Ein Greenwashing
durch Bioplastik darf es nicht geben. Wir werden es nicht
akzeptieren, wenn einwegorientierte Konzerne versuchen, unökologische
Wegwerfverpackungen mit vermeintlichen Umweltvorteilen „grün“ zu
waschen. Verbrauchertäuschende Werbung werden wir notfalls auch per
Gerichtsentscheid stoppen“, sagt Resch. Er fordert von den
Verpackungsherstellern und Händlern auf Mehrwegverpackungen
umzusteigen und auf irreführende Aussagen zu Bioplastik zu
verzichten.

Links: Infopapier zu Biokunststoffen: http://l.duh.de/p170926
Weitere Informationen zum Thema Bioplastik: www.duh.de/bioplastik

Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de

Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft
0151 18256692, 030 2400867-43, fischer@duh.de

DUH-Pressestelle:
Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf
030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

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Erstellt von an 27. Sep 2017. geschrieben in Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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