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Bienen müssen in den Koalitionsvertrag. Künftige Bundesregierung muss Bienen und Imker vor Gentechnik schützen





Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND) und der Imkerverband Mellifera e.V. haben CDU/CSU und SPD
aufgefordert, in ihrem Koalitionsvertrag konkrete Maßnahmen zum
Schutz von Bienen und Imkern vor möglichen gentechnischen
Verunreinigungen des Honigs festzulegen. Das geltende Recht schütze
weder den Honig noch die Bienenhaltung wirksam vor gentechnisch
veränderten Pollen.

„Die Bestäubungsleistung der Honigbienen hat in Deutschland einen
volkswirtschaftlichen Nutzen von zwei Milliarden Euro pro Jahr.
Allgemeinplätze über die Bedeutung der Bienen für unsere Ernährung
oder neue Forschungsaufträge zu deren Gefährdung reichen nicht aus“,
sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. „Was die Koalition liefern
muss sind wirksame Maßnahmen, damit die Bienenvölker tatsächlich
geschützt werden. Die CDU muss endlich über ihren Schatten springen
und gemeinsam mit CSU und SPD ausreichende Sicherheitsabstände
zwischen Gentechfeldern und Bienenstöcken festlegen. Dringend
erforderlich sind außerdem Rechtsvorschriften zum Ausgleich
wirtschaftlicher Einbußen bei den Imkern durch gentechnische
Verunreinigungen des Honigs“, sagte Weiger.

Thomas Radetzki, Vorstand des Imkerverbandes Mellifera e.V.: „Erst
vor drei Wochen ist mit einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
zur gentechnischen Verunreinigung von Honig deutlich geworden, dass
auf dem Rechtsweg ein wirksamer Schutz der Imker nicht zu erlangen
ist. Der Handel nimmt gentechnisch verunreinigten Honig nicht ab, die
Verbraucher wollen ihn nicht. Obwohl seit Jahren klar ist, dass sie
notwendig sind, hat sich der Gesetzgeber bisher davor gedrückt,
wirksame Schutzmaßnahmen festzulegen. Einige Koalitionsverhandler der
SPD lehnen inzwischen das Aussäen gentechnisch veränderter Pflanzen
in Deutschland ab. EU-Vorgaben könnten das jedoch schon bald wieder
aushebeln. Deshalb muss die künftige Bundesregierung das
Gentechnikrecht nachbessern und Mindestabstände zwischen
Gentech-Feldern und Bienenstöcken festlegen, die sich am Flugradius
der Bienen orientieren. Gesetzlich festgelegte Abstände von fünf
Kilometern können einen ausreichenden Schutz für Bienen und Imker
gewährleisten.“

Erst am 6. November diesen Jahres hatte die Europäische Kommission
dem Pollen des Monsanto-Gentech-Maises MON810 die europaweite
Zulassung als „Lebensmittel“ erteilt. Damit werden gentechnisch
veränderte Pollen im Honig legalisiert. MON810 ist seit 2009 in
Deutschland verboten, außerdem in sieben weiteren EU-Staaten. Diese
Anbauverbote könnten jedoch durch neue Brüsseler Vorgaben jederzeit
wieder aufgehoben werden. Hinzu kommt, dass die EU-Kommission in
Kürze den Anbau einer weiteren Gentechnikpflanze – der Maislinie 1507
der Firma Pioneer – erlauben will. Deren Anbau in Deutschland
bedeutet eine weitere Gefahr für die Gentechnikfreiheit des Honigs
und anderer Lebensmittel.

Pressekontakt:
Thomas Radetzki, Vorstand des Imkerverbandes Mellifera e.V., Mobil:
0171-3366569, Heike Moldenhauer, Gentechnik-Expertin des BUND, Tel.
030-27586-456, Mobil: 0179-8138088, E-Mail:
heike.moldenhauer@bund.net bzw. Rüdiger Rosenthal,
BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-489, E-Mail:
presse@bund.net, www.bund.net

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Erstellt von an 13. Nov 2013. geschrieben in Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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