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100 Tage Oelkatastrophe





Bochum/London – Anlaesslich der heutigen Vorstellung der BP-Halbjahreszahlen protestieren Greenpeace-Aktivisten vor der BP-Zentrale in Bochum und an rund 50 Londoner Tankstellen. Die Aktivisten kritisieren damit die oekologische Bilanz des Oelkonzerns: Von seinem jaehrlichen Umsatz von ueber 200 Milliarden Dollar investiert BP nicht einmal 0,5 Prozent in klimafreundliche Energien. So plant der Konzern, in den kommenden Jahren lediglich eine Milliarde Dollar in Erneuerbare Energien zu investieren – in riskante Oelfoerderprojekte lenkt der Konzern dagegen 19 Milliarden Dollar. 100 Tage (morgen, 28. 7. 2010) nach Beginn der Oelkatastrophe im Golf von Mexiko wird immer deutlicher, dass Oelbohrungen in der Tiefsee nicht beherrschbar sind und BP nichts aus dem Desaster gelernt hat.

„Der Oelkonzern BP versucht sich mit dem Firmenslogan „beyond petroleum“ („jenseits des Oels“) ein gruenes Maentelchen umzuhaengen“, sagt Karsten Smid, Energieexperte bei Greenpeace. „Dass BP es nicht ernst meint mit dem Wandel sieht man an den Investitionen: In riskante Oelfoerderprojekte lenkt der Konzern 20mal so viel Geld wie in Erneuerbare Energien.“

Gleichzeitige Aktionen in Bochum und London

In Bochum halten oelverschmierte n Greenpeace-Aktivisten ein Banner: „BP:
Raus aus der Tiefsee“. Aus einem rund vier Meter hohen Foerderturm spritzt Oel-Imitat. Auf den Flaggen vor dem Gebaeude sind die Logos von Aral und BP nun oelverschmiert zu sehen. Zeitgleich haben Greenpeace-Aktivisten in London alle rund 50 BP-Tankstellen geschlossen. Die Aktivisten betaetigen die Notschalter der Tankstellen. Um das Wiedereroeffnen der Tankstellen zu verhindern, entfernen die Aktivisten einen Teil des Schalters. Hierdurch wird das Wiedereinschalten der Zapfsaeulen verhindert. „Closed. Moving beyond petroleum? (Geschlossen. Wir gehen weg vom Oel) steht auf Bannern.

Weltweit leitet BP insgesamt 32 Oelfoerderprojekte in der Tiefsee. Allein bei 14 Projekten wird bereits Oel gefoerdert, neun Tiefseeprojekte werden derzeit vorangetrieben, weitere neun Projekte in einer Tiefe von ueber 200 Metern sind in Planung. Die Oelkonzerne dringen in immer abgelegenere Gebiete vor, die haeufig grosse Bedeutung fuer die Biodiversitaet sowie lokale und globale Oekosysteme haben. Dabei haben sie keine ausreichenden Notfallplaene. Oelkatastrophen nehmen sie somit billigend in Kauf.

„BP muss seine Unternehmensstrategie umkrempeln und sich von der Tiefsee-Oelfoerderung verabschieden“, so Smid. „Das ist die einzig logische Konsequenz aus der Oelkatastrophe.“ Greenpeace fordert den Stopp von Oelbohrungen unterhalb einer Wassertiefe von 200 Metern, da Taucher dort nur noch eingeschraenkt arbeiten koennen.

Anfang August wird das Greenpeace-Schiff –Arctic Sunrise– eine dreimonatige Expedition in den Golf von Mexiko starten. Ziel der Reise ist es, Daten und Informationen ueber die Auswirkungen einer der groessten Oelkatastrophen zu sammeln. Mit an Bord der –Arctic Sunrise– ist die deutsche Greenpeace-Aktivistin Regine Frerichs.

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Erstellt von an 30. Jul 2010. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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