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Zeche Hugo in Gelsenkirchen-Buer: Mit Flüssiggas betriebene Wärmestrahler beheizen große Halle für Veranstaltungen.





Gelsenkirchen, im Oktober 2012. An den Bergbau in Schacht Hugo 2 in Gelsenkirchen-Buer erinnert heute noch der Förderturm und das quaderförmige Gebäude, in dem die Fördermaschine untergebracht ist. Die große Halle dient als Ort für eine Vielzahl von Veranstaltungen. Dabei sorgen vier Wärmestrahler für die nötige Wärme. Für die Planung und Errichtung zeichnen Deutschlands führender Flüssiggasversorger PROGAS und die Bochumer Heizungsbaufirma Peters verantwortlich.

„Die Kritiker von einst zeigen heute Anerkennung“, sagt Klaus Herzmanatus. Der ehemalige Betriebsratsvorsitzende ist heute Geschäftsführer und „Motor“ des Trägervereins Hugo Schacht 2 e. V. Gemeinsam mit Bernd Goldau, ehemals Elektriker des Bergwerks, steht er vor dem Eingang zum Gebäude. Sie sind zwei von insgesamt 50 Freiwilligen, die mehr als 20.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden in dessen Restaurierung und Sanierung investiert haben. Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass die riesige Halle mit der Fördermaschine im Inneren als Ort für Veranstaltungen genutzt wird. Seit rund zwei Jahren finden diese dank eines optimal zugeschnittenen Heizsystems auch im Winter bei angenehmen Temperaturen statt: Mit Flüssiggas betriebene Wärmestrahler stellen „auf den Punkt“ genau die gewünschte Wärme sicher.

„Die Idee für die Heizungsanlage kam von der Bochumer Firma Sanitär- und Heizungsbau Peters, die bereits mehrfach mit unserem Unternehmen zusammen gearbeitet hatte“, erinnert sich PROGAS-Inspektor Alfried Fessel, als technischer Spezialist und Ansprechpartner vor Ort für die Planung und Errichtung verantwortlich. Im Winter hatte der Inhaber des Handwerksbetriebes in der Halle einen Geburtstag gefeiert. Ohne die entsprechende Beheizung war es damals sehr kalt. „Dem wollten wir abhelfen“, betont der gebürtige Gelsenkirchener Klaus Herzmanatus. Die Wahl fiel auf vier so genannte Hellstrahler, die Infrarotstrahlung nach unten ableiten und so die gezielte Erwärmung der Empore ermöglichen.
Ohne direkten Anschluss an das öffentliche Versorgungsnetz mit Erdgas bot Flüssiggas als Energiequelle die beste Lösung. Im Vergleich zum elektrischen Strom ermöglicht das leistungsstarke Propangas eine wesentlich schnellere Erwärmung der Strahler. Der Brennstoff verbrennt zudem absolut sauber, ist leicht zu transportieren und bequem zu lagern – und, so Klaus Herzmanatus: „Wie die Kohle gehört es zu den Gütern der Erde.“

„Im ersten Schritt stellten wir einen Behälter mit einem Fassungsvermögen von 4.850 Litern in einer fensterlosen Gebäudenische auf“, erklärt PROGAS-Fachmann Alfried Fessel. Das Volumen entspricht dem ungefähren Jahresverbrauch des Trägervereins. Aufgrund der Länge der Rohrleitung plante er eine zweistufige Regelung: am Behälter einen Regler mit einem Ausgangsdruck von 0,7 bar, vor der Verteilleitung zu den einzelnen Gasstrahlern einen für den Innenbereich zugelassenen Niederdruckregler. Kurzfristig übernahmen die Mitarbeiter der Heizungsbaufirma Peters die Montage der Strahler und der Gasleitung – die nächste Veranstaltung sollte im Warmen stattfinden. Zum Einsatz kommen seitdem Hellstrahler der Marke GoGaS mit einer Wärmeleistung von jeweils 18 kW. Diese wurden rund fünf Meter über dem Boden der Empore an der Wand installiert.

„In diesen Räumen steckt viel Geschichte“, erklärt Klaus Herzmanatus und ergänzt: „Zu Glanzzeiten haben hier 5.000 Leute gearbeitet. Da kann man sich leicht vorstellen, wie verbunden die Menschen mit der Zeche waren und heute noch sind.“ In der Halle finden Besucher überall Erinnerungsstücke aus der Historie dieses Ortes, an dem 127 Jahre lang Steinkohle gefördert wurde. Unter all den Gegenständen ragt monumental und beeindruckend die elektrische, 80 Tonnen schwere Fördermaschine empor. Mit ihrer Treibscheibe, deren Durchmesser neun Meter beträgt, gilt sie als die größte ihrer Art in Deutschland. Über eine Treppe gelangt man auf die Empore. Wie ein riesiges Wohnzimmer bietet sie Platz für einen langen Bankett-Tisch mit 22 Stühlen und eine gemütliche Sitzecke, die zum Stöbern in alten Dokumenten einlädt. An den Wänden erinnern Bilder und Fotografien an „goldene“ Zeiten. Wer dort auf Entdeckungsreise geht, findet nicht nur Grubenlampen, Helme und weiteres Material für den Einsatz „unter Tage“: Zahlreiche Möbel erzählen Geschichten von den Menschen, die dort arbeiteten.
www.progas.de

Kastentext:
In der Nähe von Schacht 2 betreibt der Trägerverein in der angrenzenden Wohnsiedlung außerdem „Das kleine Museum“. Dort gibt es sehr viel Bergbau- und Heimatgeschichte wie die Verbindung zum FC Schalke 04 zu erleben. Viele Spieler des Traditionsvereins absolvierten auf Zeche Hugo eine dreijährige Lehre zum so genannten „Knappen“.
Geschichte verbindet übrigens ebenso die Namen GoGaS und PROGAS: Beide Dortmunder Unternehmen gehen auf denselben Gründer zurück. Im Jahr 1946 gründete Heinz Goch in Hamburg eine Fabrik für Gasgeräte, die GoGaS, Goch & Co. Zwei Jahre später zog die Firma nach Dortmund um. Parallel entwickelte Goch den Verkauf von Flüssiggas. Aus diesem Geschäftsfeld entstand im Jahr 1949 das Unternehmen PROGAS, das heute bundesweit 345 Mitarbeiter beschäftigt.

Kurz-URL: http://www.88energie.de/?p=742008

Erstellt von an 15. Okt 2012. geschrieben in Allgemein, Sonstige. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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