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NABU: Herdenschutz schützt auch Wölfe





Zum diesjährigen „Tag des Wolfes“ (30.4.)
appelliert der NABU an Bund und Länder sowie Nutztierhalter,
Herdenschutzmaßnahmen intensiv voranzutreiben. Auch 15 Jahre nach
Rückkehr der Wölfe nach Deutschland sind selbst in Bundesländern, in
denen Wölfe bereits seit vielen Jahren leben, noch nicht alle
Möglichkeiten ausgeschöpft, um Schafe und andere Nutztiere vor
möglichen Übergriffen zu schützen. Ungeschützte Nutztiere können für
Wölfe der Auslöser sein, häufiger auf Weiden nach Beute zu suchen.

„Die Pflicht zum Schutz von Nutztieren vor Schäden liegt bei den
Eigentümern. Diese Aufgabe wird von sehr vielen Nutztierhaltern
äußerst ernst genommen. Wichtigstes Ziel muss es jedoch sein, dass
Herdenschutz in Wolfsregionen auch flächendeckend umgesetzt wird“,
sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. In den Teilen
Deutschlands, wo Wölfe erst seit kurzem heimisch seien, müssten
Nutztierhalter aktiv unterstützt werden, um das Zusammenleben von
Mensch und Wolf in einer besiedelten Landschaft möglichst
konfliktfrei zu regeln.

Ein Erfolgsmodell dafür ist der Herdenschutzhund. Der NABU stellt
diese Arbeitshunde daher in den Mittelpunkt des diesjährigen „Tag des
Wolfes“. Herdenschutzhunde, offiziell als „Hirtenhund im
Herdenschutzeinsatz“ bezeichnet, werden weltweit seit Jahrtausenden
erfolgreich eingesetzt – nicht nur zum Schutz von Schafen, sondern
auch bei Rindern, Pferden oder Gatterwild. Die Methode ist uralt und
hat sich rund um den Globus bewährt: Über 50 verschiedene Rassen
existieren. Einige davon schützen auch in Deutschland die ihnen
anvertraute Herde gegen Übergriffe.

„Herdenschutzhunde wachsen schon als Welpe in –ihrer– Herde auf.
Sie binden sich sowohl an das Territorium als auch an die
Herdentiere. Bei Gefahr demonstrieren sie Stärke und Dominanz und
schlagen Alarm. Wölfe riskieren in den seltensten Fällen einen Kampf
mit den mindestens ebenbürtigen Hunden und ziehen weiter. Diese
Erfahrungen werden von Nutztierhaltern, die Herdenschutzhunde
einsetzen, immer wieder bestätigt“, sagt NABU-Wolfsexperte Markus
Bathen. Die Zahl der durch Herdenschutzhunde bewachten Herden in
Deutschland nimmt stetig zu – was wiederum den Wölfen nützt. „Weniger
Konflikte führen zu mehr Akzeptanz – richtiger Herdenschutz nutzt
also auch den Wölfen. Übrigens: Herdenschutzhunde stellen keine
Gefahr für Touristen und Haushunde dar, sofern diese außerhalb des
Zaunes bleiben oder sich auf Almweiden ruhig und besonnen verhalten“,
so Bathen weiter.

Damit Herdenschutz in Wolfsgebieten flächendeckend angewendet und
Herdenschutzhunde eingesetzt werden können, müssen für Nutztierhalter
Anreize geschaffen und politische Rahmenbedingungen zügig angepasst
werden. So sind zum Beispiel die Bestimmungen der
Bundes-Hundehaltungsverordnung noch nicht auf den Einsatz von
Herdenschutzhunden ausgerichtet. Auch ist die Vermeidung von
Nutztierrissen immer noch kein Bestandteil der Ausbildung von
Nutztierhaltern. Pauschale Beschränkungen der finanziellen Höhe
staatlicher Unterstützung, beispielsweise bei der so genannten De
minimis Beihilfe der EU, bewertet der NABU als absolut unzureichend
und fordert eine entsprechende Nachbesserung.

NABU-Aktivitäten zum Herdenschutz:

– Im dritten Jahr in Folge qualifiziert der NABU ehrenamtliche
NABU-Wolfsbotschafter speziell in Herdenschutzschulungen. Der
NABU Hessen hat ein einsatzfähiges Herdenschutzteam zur
Unterstützung von betroffenen Tierhaltern ins Leben gerufen

– Der NABU Niedersachsen startete jüngst das Projekt
„Herdenschutz Niedersachsen“ zur Unterstützung von
Weidetierhaltern bei der Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen
(www.herdenschutz-niedersachsen.de )

– Der NABU-Bundesverband und Landesverband Niedersachsen sind
Mitgründer des Arbeitskreises Pferd und Wolf
(www.pferdundwolf.de ) und arbeiten gemeinsam mit u.a.
Pferdehalterverbänden an Lösungen zur Koexistenz von Pferd und
Wolf

– Unter dem Motto „Herdenschutz in der Praxis“ kooperieren in
Baden-Württemberg seit Herbst 2015 Landesschafzuchtverband und
NABU beim Thema Herdenschutz
www.NABU-BW.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/Herdenschutz

Mehr Infos unter www.NABU.de/wolf

Kostenfreie Pressefotos und Grafiken unter
www.nabu.de/presse/pressebilder/index.html#wolf

Tipp:
Zum Tag des Wolfes startet am 28.4. ein Herdenschutzhund-Quiz auf
www.NABU.de/wolf

Pressekontakt:
Markus Bathen, NABU-Wolfsexperte, mobil: +49 (0) 172 645 35 37,
E-Mail: Markus.Bathen@NABU.de

NABU-Pressestelle

Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Nicole Flöper

Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958

Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: presse@NABU.de

Original-Content von: NABU, übermittelt durch news aktuell

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Erstellt von an 26. Apr 2017. geschrieben in Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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