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Mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft – was tun?





Gemeinsame Presseinformation der Deutschen
Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS), Deutschem Bauernverband
(DBV) und Expertendialog Biodiversität & Landwirtschaft

Bei einer hochrangig besetzten Tagung in Berlin diskutierten über
200 Landwirte, Fachleute und Politiker über praktikable Maßnahmen zur
Förderung der Biodiversität auf landwirtschaftlichen Betrieben.

Die Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS) hatte
gemeinsam mit dem Deutschen Bauernverband (DBV) und dem
Expertendialog Biodiversität & Landwirtschaft ins Umweltforum Berlin
eingeladen. Eine aktive Rolle kam dabei etwa 50 Landwirten aus dem
gesamten Bundesgebiet zu. Die Landwirte setzen Ideen zum
Biodiversitätsschutz im Ackerbau oder in Obst- und Sonderkulturen um
und engagieren sich in Demonstrations- oder Modellbetriebsnetzwerken
zur Förderung der Biodiversität. Vor der Tagung hatten die Landwirte
ihre Erfahrungen zu biodiversitätsfördernden Maßnahmen wie Brach-,
Extensiv- und Blühflächen, Hamster- und Greifvogel- oder
Ackervogelschutzmaßnahmen in einem Workshop ausgetauscht. Darüber
hinaus hatten sie über Hindernisse bei der Finanzierung, in der
Administration oder beim Ordnungsrecht diskutiert. „Es geht nicht
ohne die Landwirtschaft, es geht nicht ohne die anderen Akteure des
Naturschutzes, es geht aber auch nicht ohne den Bund und die Länder.
Nur mit vereinten Kräften können wir die Biodiversitätsziele, die wir
uns gesteckt haben, erreichen. Dazu müssen wir die vielfältigen
Aktivitäten bündeln und weiterentwickeln“, erklärte BLE-Präsident Dr.
Hanns-Christoph Eiden bei der Eröffnung der Tagung.

DBV: Landwirte auf Augenhöhe einbinden

Für den Deutschen Bauernverband betonte Eberhard Hartelt,
Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd und
Umweltbeauftragter des DBV, die Landwirte leisteten in Deutschland
bereits über Agrarumweltmaßnahmen, das Greening im Rahmen der
Gemeinsamen Agrarpolitik und den Vertragsnaturschutz einen wichtigen
Beitrag zur Biodiversität. Verschiedene DBV-Biodiversitätsprojekte
belegten, dass mehr Förderung der Biodiversität und erfolgreicher
Natur- und Arten-schutz gelingen können, wenn die Landwirte auf
Augenhöhe eingebunden werden, die Maßnahmen in die Betriebsabläufe
passen, wirtschaftlich tragfähig sind und Hemmnisse ausgeräumt
werden. Das Projekt FRANZ von der Michael Otto Stiftung für
Umweltschutz und dem DBV wird dies gemeinsam mit
Demonstrationsbetrieben umsetzen. „Ein zu rigides Kontrollsystem der
EU und mangelnde Flexibilität sind heute die Haupthindernisse für
mehr Natur- und Artenschutz in der Agrarlandschaft. Ebenso dürfe der
kooperative Natur- und Artenschutz nicht durch mehr
ordnungsrechtlichen Schutz gefährdet werden“, erklärte Hartelt die
Notwendigkeit des Austausches über die Zukunft der
Biodiversitätsförderung.

Expertendialog Biodiversität: „Moderne Landwirtschaft und
Umwelt-schutz sind kein Widerspruch“ Als forschendes
Pflanzenschutzmittelunternehmen untersucht und fördert BASF seit
mehreren Jahren Biodiversitätsmaßnahmen auf 53 land-wirtschaftlichen
Betrieben des BASF-FarmNetzwerkes Nachhaltigkeit. Die Untersuchungen
bestätigen, dass zur Förderung der Biodiversität die Bereitstellung
von Lebensräumen eine große Rolle spielt. Gezielte
bio-diversitätsfördernde Maßnahmen, die in den Betriebsablauf der
Landwirte integriert sind, erzielen schnell positive Effekte. Ziel
muss es sein, produktive landwirtschaftliche Flächen zu erhalten und
gleichzeitig die weniger produktiven Flächen als zusätzliche
Lebensräume zur Förderung der Artenvielfalt zu nutzen. Dr. Harald
Schwager, Mitglied des BASF-Vorstandes, betonte: „Ein Landwirt muss,
wenn er langfristig erfolgreich wirtschaften will, gleich-zeitig
Ökonom und Ökologe sein. Dies in Einklang zu bringen ist eine der
großen Herausforderungen der Zukunft und hierbei unterstützen wir als
Industrie mit Innovationen im Pflanzenbau und in der Technik. Moderne
Landwirtschaft und Umweltschutz sind kein Widerspruch“. „Mit dieser
Veranstaltung will der Expertendialog einen Beitrag leisten, um alle
relevanten Akteure zusammenzubringen. Diese müssen jetzt handeln und
ihre vorhandenen Spielräume nutzen, um die Artenvielfalt zu erhalten.
Aber das allein wird nicht reichen. Vor allem die Politik ist
gefordert, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen um diese
Spiel-räume deutlich zu erweitern.“, betont Dr. Johannes Merck,
Vorstand der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz. Eine
ausführliche Dokumentation der Veranstaltung gibt es demnächst unter
https://www.netzwerk-laendlicher-raum.de/biodiversitaet.

Pressekontakt:
Kontakt:
Deutscher Bauernverband
Dr. Michael Lohse
Pressesprecher
Tel.: 030 / 31904 240

Original-Content von: Deutscher Bauernverband (DBV), übermittelt durch news aktuell

Kurz-URL: http://www.88energie.de/?p=1476975

Erstellt von an 5. Apr 2017. geschrieben in Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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