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Europas Umweltschützer atmen auf: Chance auf saubere Luft und Klimaschutz wird greifbar





Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND) begrüßt, dass das Europäische Parlament Umwelt- und
Gesundheitsbelangen bei der heutigen Abstimmung zur Luftqualität
Vorrang gegenüber Industrieinteressen eingeräumt hat. „Die jetzt
beschlossenen europäischen Reduktionsziele wurden vorab heftig von
vielen Industrie- und Landwirtschaftsverbänden kritisiert“, sagte der
BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. „Trotz dieser Industriekampagnen hat
sich das EU-Parlament klar auf die Seite der Bürgerinnen und Bürger
gestellt und zum Umweltschutz verpflichtet. Kurz vor der wichtigsten
Klimakonferenz im Dezember in Paris ist das auch als ein deutliches
Bekenntnis für Klimaschutz zu werten“, so Weiger.

Bei der zur Abstimmung gestellten „Richtlinie zur Verringerung der
nationalen Emissionen bestimmter Luftschadstoffe und der Änderung der
Richtlinie 2003/35/EG“ handelt es sich um eine zentrale
Weichenstellung in der europäischen Luftreinhaltepolitik. Diese
Richtlinie legt für jeden EU-Mitgliedsstaat Reduktionsziele für
bestimmte Schadstoffe für die Jahre 2020, 2025 und 2030 fest. „Außer
Ammoniak, flüchtigen organischen Verbindungen, Schwefeldioxid und
Stickoxiden enthält der Gesetzesvorschlag der Europäischen Kommission
zusätzlich Feinstaub und Methan. Besonders positiv ist, dass auch für
das Jahr 2025 verbindliche Reduktionsziele für diese Luftschadstoffe
festgelegt wurden“, sagte der BUND-Vorsitzende. Er begrüßte zudem,
dass das Parlament zusätzlich eine Reduktion von
Quecksilber-Emissionen beschlossen habe. Das giftige Schwermetall
entsteht unter anderem bei der Verbrennung von Kohle.

Negativ bewertete der BUND, dass die EU-Parlamentarier die Chance
vergeben haben, stärkere Reduktionsziele für die Mehrzahl der
Luftschadstoffe festzulegen. Dies hatte zuvor der Umweltausschuss
vorgeschlagen. „Diese Entscheidung des Parlaments ist nicht
nachvollziehbar, weil Luftverschmutzung die gravierendste
Umweltursache für Todesfälle in Europa ist“, sagte Weiger. „Auch dass
bei dem Reduktionsziel für Methan die direkten Emissionen von
Wiederkäuern ausgenommen wurden, ist nicht akzeptabel. Dies ist ein
Kniefall vor der industriellen Massentierhaltung, die zu den größten
Verursachern von klimaschädlichen Treibhausgasen in der
Landwirtschaft zählt“, kritisierte Weiger. Methan entsteht zu einem
großen Teil in der Massentierhaltung, ist Vorläuferstoff für
bodennahes Ozon und wirkt besonders klimaschädlich.

Hintergrund: Luftverschmutzung in Europa Jedes Jahr sterben in
Europa mehr als 400.000 Menschen vorzeitig an den Folgen schlechterer
Luft. Mehr als 90 Prozent der Europäer atmen Luft, die schmutziger
ist als die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt. Die daraus
resultierenden Gesundheitskosten belaufen sich jährlich auf bis zu
900 Milliarden Euro. Darüber hinaus verursacht Luftverschmutzung
Schäden an Vegetation und Ernte sowie an der allgemeinen Bausubstanz.

Pressekontakt:
Arne Fellermann, BUND-Verkehrsexperte, arne.fellermann@bund.net, Tel.
(030) 2 75 86-484, Mobil: 01 76-81 03 66 72 bzw. Annika Natus,
BUND-Pressereferentin, Tel. (0 30) 2 75 86-425/-489, Fax: (0 30) 2 75
86-440, presse@bund.net

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Erstellt von an 28. Okt 2015. geschrieben in Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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