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Energieautarkie ist möglich





Die Zukunft der Energieversorgung ist dezentral und regenerativ. Darin waren sich namhafte Vertreter von Wissenschaft und Wirtschaft bei der diesjährigen Coburg Connecting Conference einig. Die Techniken für eine Energiewende seien alle vorhanden, zeigte die zweitägige Veranstaltung vor insgesamt 200 Fachleuten. Dabei komme der Kreativwirtschaft eine große Bedeutung zu, damit die Bevölkerung die Technologien auch annehme.

Die Konferenz stand unter dem Motto Zukunftsfähigkeit nachhaltig gestalten: designing sustainable energy und beschäftigte sich mit den Möglichkeiten und Herausforderungen des Wechsels von einer Versorgung mit fossiler, atomarer und zentral erzeugter und verteilter Energie hin zu energieautarken miteinander vernetzten Regionen. Energie sei nun mal nicht sexy, sagte Wolfgang Breunig, Geschäftsführer der Döllken-Weimar GmbH. Die Energiewende müsse daher mitmach- und erlebbar sein, um akzeptiert zu werden, forderte er. Vor allem Designer und andere Kreative seien gefragt, nicht nur Ingenieure. Andere Redner forderten gar eine spaßorientierte Technik, oder, wie es sich Dr. Christoph Schwahn vom Büro für Landschaftsarchitektur und Landespflege wünscht, Leute wie Steve Jobs für die Gestaltung von Windkraftanlagen. Eine andere Herausforderung sei die Integration erneuerbarer Energien wie der Photovoltaik in Gebäude, so Dr. Marcus Wolf, Inhaber der Firme Dienstleistungen Integrierte Erneuerbare Energien DIEE. Dr. Sascha Peters, Geschäftsführer von HAUTE INNOVATION Agentur für Material und Technologie aus Berlin kritisierte vor diesem Hintergrund das weitverbreitete Misstrauen gegenüber den Entwürfen von Designern.

Umdenken erforderlich

Man müsse die Konsumenten mehr als bisher einbeziehen, sonst werde man die Energiewende von unten nicht schaffen, sondern nur das jetzige zentralisierte Modell durch ein neues zentrales ersetzen, so Marko Müller, der ein Modell zur dezentralen Energieerzeugung in Weinbergen entwickelt hat. Helmut Krapmeier vom Energieinstitut Vorarlberg warf einen ganzheitlichen Blick auf eine energieautonome Stadtplanung unter nachhaltigen, ökologischen, sozialen und architektonischen Gesichtspunkten.

Technisch alles möglich

Sonnenstrom, Solarthermie, Biomasse, Windkraft oder andere Verfahren, die Technologien für die Energiewende hin zu dezentralen, regenerativen Strukturen sind alle vorhanden, zeigten zahlreiche Vorträge. Beispiele wie das Plusenergiehaus der Hochschule Rosenheim, die österreichische Gemeinde Kötschach-Mauthen oder das Bioenergiedorf Effelter im Frankenwald belegten, dass man sowohl privat als auch auf kommunal auf dem Weg zu mehr Energieautarkie sei. Strom- und Wärmeautonomie auf eigenem Grund und Boden sind möglich, so Klaus Fronius vom österreichischen Unternehmen Fronius International GmbH. Er stellte eine Technologie vor, die in einer Energiezelle überschüssigen Strom aus Photovoltaik als Wasserstoff speichert. Dr. Peter Kosack von der Technischen Universität Kaiserslautern ging noch weiter: die Umsetzung regionaler und persönlicher Energie-Autonomie sei nicht nur möglich, sondern überfällig.

Energiewende wird torpediert

Große Energieversorgungsunternehmen würden allerdings gemeinsam mit der Politik die aktuelle Situation zu zementieren versuchen, kritisierte Kosack neben zahlreichen anderen Rednern. Den Bau von großen Solar- und Windkraftwerken in Verbindung mit dem Ausbau der Netze als einzig mögliche und sichere Energiewende darzustellen, sei der falsche Weg. Der Bürgermeister von Weitramsdorf im Landkreis Coburg, Christian Gunsenheimer, bezeichnete Offshore und Desertec als Lebenserhaltungssysteme für die Großindustrie. Lächerlich seien auch die aktuellen Diskussionen um die Erhöhung der Strompreise durch das Erneuerbare-Energie-Gesetz in Folge der Energiewende, so Dr. Peters. Die Energielobby instrumentalisiere diese Erhöhung, um die Energiewende zu torpedieren.

Energieautarkie als Altersvorsorge

Dabei biete die Energiewende neben ökologischen und wirtschaftlichen auch gesellschaftliche Perspektiven, zeigte Prof. Timo Leukefeld. Der dreifache deutsche Solarpreisträger stellte das von ihm gemeinsam mit einem Unternehmen entwickelte energieautarke Haus vor, das vor allem auf Solarthermie setzt. Dieses Haus sei die ideale Form der Altersvorsorge, sagte er vor dem Hintergrund der aktuellen Rentendiskussion. Die Idee: Was man an Energie spart, muss man nicht bezahlen. Erspartes müsse man auch nicht versteuern. Und mit Solarthermie habe man beim Eigenheim die größten Einsparpotentiale. Die Erlöse durch Photovoltaik würden dagegen in den nächsten Jahren immer weiter absinken, durch die Inflation an Wert verlieren, außerdem müsse man sie versteuern. Daher habe Photovoltaik bei seinem energieautarken Haus eine untergeordnete Rolle.

Die Coburg Connecting Conference wurde bereits zum vierten Mal vom Coburger Designforum Oberfranken mit Unterstützung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums veranstaltet. Mehr Informationen unter www.coburg-connecting-conference.de.

Kurz-URL: http://www.88energie.de/?p=750114

Erstellt von an 26. Okt 2012. geschrieben in Allgemein, Photovoltaik, Solarthermie. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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