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Deutschland will Bergung von Atommüll aus dem Ärmelkanal prüfen lassen Bundesregierung fordert Bericht über Versenkung von Atommüll an





Das Bundesumweltministerium will in „einer genauen
Nutzen-Risiko-Abwägung“ untersuchen lassen, ob eine Bergung von
Atommüll aus dem Ärmelkanal sinnvoll ist. Das meldet heute das
ARD-Politikmagazin „Report Mainz“ auf seiner Homepage. „Report Mainz“
hatte bereits 2011 über die Versenkung der Atommüllfässer berichtet.
Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser vom Bundesumweltministerium
antwortete gestern im Deutschen Bundestag auf eine mündliche Anfrage
der Abgeordneten Sylvia Kotting-Uhl (B–90/Die Grünen): „Für uns ist
entscheidend, ob es einen potenziellen Nutzen gibt, was die Hebung
der Fässer angeht, und ob dieser potenzielle Nutzen wesentlich größer
als der Aufwand ist und ob vor allen Dingen (…) die Gefahr einer
Kontamination durch teilintakte Fässer oder Fässer besteht, die bei
der Bergung beschädigt werden können.“

Ursula Heinen-Esser kündigte in ihrer Antwort dem Bundestag
gegenüber an, diese Frage bei der OSPAR auf die Tagesordnung zu
setzen. Die OSPAR ist eine internationale Regierungsorganisation zum
Schutz des Nordostatlantiks, der auch Deutschland angehört. Ursula
Heinen-Esser sagte, Deutschland habe bei der OSPAR einen „Bericht
über die Versenkung von Atommüll im Meer angefordert“. Auf Anfrage
von „Report Mainz“ teilte das Bundesumweltministerium heute mit, es
erwarte diesen Bericht für Anfang 2014. Die letzten
wissenschaftlichen Erkenntnisse wurden, dem Ministerium zufolge, vor
zwei Jahrzehnten gewonnen.

Stephan Lutter vom Internationalen WWF-Zentrum für Meeresschutz
sieht in den Atommüllfässern eine unkalkulierbare Gefahr:
Wissenschaftler seien sich einig, dass die radioaktiven Stoffe sich
in den Nahrungsketten massiv anreichern können: „An den Spitzen der
Nahrungsketten, also wo Meeressäuger dann Fische gefressen haben –
sind zum Teil – vor den schottischen Küsten Technetiumwerte
aufgetreten, die die Grenzwerte für einen Nukleararbeiter
überschreiten würden.“ Lutter ist seit Jahren Beobachter der
OSPAR-Konferenzen. Der WWF-Meeresexperte fordert, „dass die
Bundesregierung, aber auch die anderen Regierungen, die dort eben für
die Verklappung verantwortlich sind, jetzt nachmessen und schleunigst
nachsehen, was dort passiert, in welchem Zustand die Fässern sind, ob
Stoffe bereits austreten und in die Nordsee verdriftet werden.“

Roland Hipp von Greenpeace sagte „Report Mainz“: „Die Versenkung
von Atommüll über Atommüllfässer ist eines der größten staatlichen
Verbrechen, was wir in Europa bisher hatten.“

Arte/SWR berichtet im Themenabend „Endlager Meeresgrund“ (Arte,
23.04.2013, 20.15 Uhr) unter anderem von 28.500 Fässer mit
radioaktiven Abfällen, die bis 1963 im Ärmelkanal versenkt wurden.

Weitere Informationen finden Sie unter www.SWR.de/report. Zitate
gegen Quellenangabe frei.

Bei Rückfragen rufen Sie bitte in der Redaktion „Report Mainz“ an
unter Tel. 06131 929-33351.

Kurz-URL: http://www.88energie.de/?p=856108

Erstellt von an 18. Apr 2013. geschrieben in Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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