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Der Hirsch, das ungeliebte Tier der Naturschützer / Die Deutsche Wildtier Stiftung fordert mehr Akzeptanz für Rotwild





Hinter dem Appell „Wald vor Wild!“ versammeln sich
nicht nur Teile der Forstwirtschaft und der Waldbesitzer. Auch viele
in Behörden und Verbänden tätige Naturschützer sehen im Rothirsch vor
allem den „großen braunen Rindenfresser“ und Waldschädling. Nachdem
der Mensch den Rothirsch überwiegend in die Wälder zurückgedrängt
hat, stillt er dort seinen Hunger. „Wälder sind mehr als die
Holzfabriken der Forstwirtschaft. Sie sind vor allem Lebensraum für
kleine und große Wildtiere“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen,
Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. „Aus Sicht des
Naturschutzes und der Artenvielfalt können die Fraßeinwirkungen des
Wildes im Wald sogar von Vorteil sein.“

Der Rothirsch ist auch ein Wald-Gestalter! „Starker Verbiss führt
mitunter zu wertvollen neuen Habitaten“, betont Baron Münchhausen.
„Das Schalenwild hält Bereiche im Wald frei, die wiederum von
lichtliebenden Arten geschätzt werden.“ Wo Hirsche in der Vegetation
geknabbert haben, finden plötzlich Vögel neue Nistplätze, weil die
jungen Bäume zu buschigen, dicht wachsenden Sträuchern verbissen
wurden. „Neben den positiven Folgen von Fraßeinwirkungen belegen
zahlreiche Untersuchungen auch die Verbreitung von Pflanzensamen
durch große Säugetiere“, erläutert der Geschäftsführer der Deutschen
Wildtier Stiftung. Im Fell, an den Hufen und im Kot transportiert
gerade der weit umherwandernde Rothirsch Pflanzensamen oft bis zu
hundert Kilometer. Diese Samen sorgen dann für die Verbreitung der
Pflanzen.

Doch die ökologischen Auswirkungen des großen Säugetiers erfordern
ein differenziertes Naturverständnis. Wie alle anderen Arten auch,
hat der Rothirsch seine Funktion im Ökosystem Wald. „Ihn als
Waldschädling zu verfolgen, ist eine einseitige, rein ökonomisch
begründete Sichtweise“, erläutert Hilmar Freiherr von Münchhausen.
Deshalb setzt sich die Deutsche Wildtier Stiftung dafür ein, dem
Rotwild in Deutschland mehr Lebensraum zu geben, ihn wandern zu
lassen und ihm ein artgerechtes Leben zu ermöglichen.

Das 6. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung findet vom
18. bis 20. Oktober 2012 in Moritzburg bei Dresden statt. Im
Mittelpunkt stehen Hegegemeinschaften. Sie sind für die Deutsche
Wildtier Stiftung eine geeignete Organisationsform, um die
Bedürfnisse des Rotwildes mit den Interessen von Landnutzern in
Einklang zu bringen. Weitere Informationen finden Sie unter:
www.DeutscheWildtierStiftung.de

Pressekontakt:
Eva Goris
Pressesprecherin
Billbrookdeich 216
22113 Hamburg
Telefon 040 73339-1874
Fax 040 7330278
E.Goris@DeutscheWildtierStiftung.de
www.DeutscheWildtierStiftung.de

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Erstellt von an 8. Okt 2012. geschrieben in Umwelttechnologien. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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