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BUND, Greenpeace, Oxfam: Deutschland muss im Pariser Klimavertrag 100 Prozent erneuerbare Energien und ausreichend Unterstützung für arme Länder verankern





Konsequenteren Klimaschutz und ausreichende
Unterstützung für die vom Klimawandel betroffenen ärmeren Länder
fordern der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND),
Greenpeace sowie Oxfam im Vorfeld des am Montag in Bonn startenden
letzten Vorbereitungstreffens zur Pariser Weltklimakonferenz (COP21).

„Bundeskanzlerin Angela Merkel kann in Paris nicht glaubhaft mehr
Klimaschutz fordern wenn in Deutschland gleichzeitig uralte,
überflüssige und vor allem klimaschädliche Braunkohlekraftwerke in
eine extrem teure sogenannte Reserve verschoben werden. Klimaschutz
heißt Kohleausstieg, auch und gerade in Deutschland. Schafft es die
Staatengemeinschaft nicht, aus fossilen Energien wie Kohle, Öl und
Gas auszusteigen, wird es unmöglich sein, die Erderwärmung auf
maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen“, sagte der BUND-Vorsitzende
Hubert Weiger.

Dass die Abkehr von fossilen Energien beschleunigt werden muss,
zeigen die Ergebnisse der Klimaforschung. Neun der zehn wärmsten
Jahre seit Beginn der Temperaturmessungen wurden in den vergangenen
15 Jahren registriert. Dürren, Stürme und Überschwemmungen nehmen
nicht nur an Intensität sondern auch an Häufigkeit zu. Die Folgen des
Klimawandels bewegen zudem immer mehr Menschen zur Flucht aus ihrer
Heimat.

„Ein glaubwürdiges Klimaabkommen muss eine globale Energiewende
hin zu 100 Prozent Erneuerbare bis zur Mitte des Jahrhunderts
festschreiben. Beim G7-Gipfel in Schloss Elmau hat diese Vision
erstmals Gestalt angenommen. Jetzt muss Kanzlerin Merkel dafür
kämpfen, dass dieses Langfristziel auch in den Vertragstext
aufgenommen wird“, so Martin Kaiser, Leiter der internationalen
Klimapolitik bei Greenpeace.

Eine große Lücke im Entwurf für das Pariser Abkommen sehen die
drei Organisationen bei der Unterstützung der armen Länder beim
Umgang mit den Folgen des Klimawandels und bei der klimafreundlichen
Entwicklung. 2009 hatten die reichen Länder versprochen, die
Klima-Hilfen bis 2020 auf 100 Mrd. US-Dollar pro Jahr anzuheben. Von
diesem Ziel sind die reichen Länder noch weit entfernt. Für die Zeit
nach 2020 möchten sie keine Verpflichtungen eingehen.

„In den armen Ländern richtet der Klimawandel schon heute große
Schäden an und verschärft die Armut von Millionen Menschen, die oft
kaum oder gar nicht zum Klimawandel beigetragen haben. Die reichen
Länder müssen bis zur Pariser Konferenz klarstellen, wie sie ihr
100-Milliarden-Versprechen bis 2020 erfüllen werden. Für die Zeit
danach muss der Pariser Klima-Vertrag die reichen Länder einerseits
zur weiteren Unterstützung verpflichten. Andererseits muss er
angemessene Finanzierungsziele setzen, insbesondere bezüglich der
Anpassung an die klimatischen Veränderungen. Das ist kein Akt der
Hilfe, sondern der globalen Gerechtigkeit. Ohne ein robustes Kapitel
zur finanziellen Unterstützung kann man den armen Ländern nicht
empfehlen, das Abkommen zu unterzeichnen“, sagt Jan Kowalzig,
Referent für Klimawandel und Klimapolitik bei Oxfam Deutschland.

Pressekontakt:
Ann-Kathrin Schneider, BUND-Klimaexpertin:
Tel. 0151-24087297 bzw.
Martin Kaiser (Greenpeace), Tel. 0171-8780817 bzw.
Jan Kowalzig (Oxfam), Tel. 0178-4538050

Kurz-URL: http://www.88energie.de/?p=1276646

Erstellt von an 16. Okt 2015. geschrieben in Allgemein. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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